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Die sieben Sünden der Bundesanwaltschaft

Bei den Strafverfolgern des Bundes summieren sich die Verfehlungen.

Die Negativschlagzeilen wären nicht gut, wenn sie sich über Jahre verteilen würden. Aber jetzt wird innerhalb weniger Tage über eine zentrale Abteilung der Bundesanwaltschaft so viel Fragwürdiges bekannt, dass man sich Sorgen machen muss um den Laden. Die Abteilung WiKri sollte sich kümmern um «schwere Formen von internationaler und interkantonaler Wirtschaftskriminalität», wie es in der Selbstbeschreibung heisst. Doch es häufen sich die internen Sünden.

Da ist einmal der nun geschasste Abteilungsleiter Olivier Thormann, der zum obersten Fifa-Juristen keine Distanz hielt. Er machte auf Du, verfasste direkte SMS und führte den Weltfussball-Rechtschef auch noch in einen Club der Bernburger aus.

Vertrauen in die Strafverfolgung leidet

Dann ist da Bundesanwalt Michael Lauber selber, der sich verteidigen muss, weil er sich just zu einem Zeitpunkt mit Fifa-Chef Gianni Infantino zusammensetzte, als Infantino potenzieller Beschuldigter in einem seiner Verfahren war. Dies geschah informell, protokolliert wurde nichts. Für die Treffen gibt es vielleicht sogar gute Argumente, für die Nähe (bei Thormann), den Zeitpunkt (bei Lauber) und die fehlende Dokumentation (bei beiden) hingegen nicht.

Schwer wiegen die Siegelbrüche, die es im Insider-Strafverfahren gegen den Roche-Erben und -Verwaltungsrat Andreas Oeri gleich zweimal gab. Gemäss Bundesanwaltschaft war es zumindest in einem Fall ein «Versehen» durch «unsorgfältige Arbeitsweise», das «umgehend sowie transparent behoben wurde». Das Vertrauen in die Strafverfolgung leidet trotzdem, wenn sich Ermittler verbotenerweise an Daten zu schaffen machen, die nicht freigegeben sind.

Andere Daten im Fall Oeri blieben zu lange liegen. Hier zeigt sich ein Grundübel: Die Strafverfahren des Bundes dauern zu lange.

Bundesanwalt Lauber ersetzt nun seinen Chef WiKri. Auf den Neuen wartet viel Arbeit.

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