Riesengewinn bei der SNB

Satte 24 Milliarden Franken Überschuss verbucht die Nationalbank. Wie der Geldberg nun verwendet wird.

Die SNB hat ihr provisorisches Jahresergebnis präsentiert: SNB-Präsident Thomas Jordan an einer Medienkonferenz in Bern. (Archivbild)

Die SNB hat ihr provisorisches Jahresergebnis präsentiert: SNB-Präsident Thomas Jordan an einer Medienkonferenz in Bern. (Archivbild) Bild: Keystone

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Die Schweizerische Nationalbank schliesst gemäss vorläufigen Zahlen mit einem Überschuss von 24 Milliarden Franken ab. Der Gewinn auf den Fremdwährungspositionen betrug gut 19 Milliarden Franken. Auf dem Goldbestand resultierte ein Bewertungsgewinn von 3,9 Milliarden Franken, wie sie heute mitteilt.

Nach Berücksichtigung der Ausschüttungsreserve von 1,9 Milliarden Franken resultiert ein Bilanzgewinn in der Grössenordnung von gut 21 Milliarden Franken. Dies ermöglicht eine Dividendenzahlung von 15 Franken pro Aktie, was dem im Gesetz festgelegten maximalen Betrag entspricht. Ausserdem erhalten Bund und Kantone 1 Milliarde Franken.

Zusätzlich 500 Millionen Franken

Bund und Kantonen steht zudem eine Zusatzausschüttung von maximal 1 Milliarde Franken zu für den Fall, dass die Ausschüttungsreserve nach Gewinnverwendung 20 Milliarden Franken übersteigt. Gemäss den provisorischen Zahlen reicht es nicht für die maximale Zusatzausschüttung. Diese dürfte für das Geschäftsjahr 2016 lediglich die Grössenordnung von einer halben Milliarde Franken erreichen, schätzt die SNB.

Von der Ausschüttung und Zusatzausschüttung geht ein Drittel an den Bund, zwei Drittel gehen an die Kantone. Nach diesen Auszahlungen wird die Ausschüttungsreserve 20 Milliarden Franken betragen.

Das definitive Ergebnis 2016 legt die SNB am 6. März vor. 2015 hatte die SNB im Zuge der Aufhebung des Euro-Mindestkurses noch einen Rekordverlust von 23 Milliarden Franken eingefahren.

Höhere Rückstellungen

Die SNB hatte bereits zuvor gemeldet, dass sie die Zuweisung an die Rückstellungen für Währungsreserven erhöhen wird. Sie beträgt neu 4,6 Milliarden Franken. Nach der bis anhin gültigen Methode hätte die Zuweisung an die Reserve lediglich 2,2 Milliarden Franken ausgemacht.

Der vorläufig errechnete Überschuss für 2016 fällt mit 24 Milliarden Franken etwas tiefer aus als von Beobachtern erwartet. UBS-Ökonom Alessandro Bee schätzte in der «Finanz & Wirtschaft» den Jahresgewinn auf 26 bis 27 Milliarden Franken. Damit hätte die maximale Ausschüttung von 2 Milliarden Franken für die öffentliche Hand in Reichweite gelegen.

Geschätzter Quartalsverlust von 5 Milliarden

Angaben zum letzten Quartal machte die SNB am Montag nicht. Das Ergebnis lässt sich lediglich aus den bisher bekannten Zahlen schätzen. Der kumulierte Gewinn der ersten drei Quartale des letzten Jahres beträgt knapp 29 Milliarden Franken. Angesichts eines Jahresgewinns von 24 Milliarden muss im vierten Quartal also ein Verlust von rund 5 Milliarden Franken resultiert haben.

Dafür verantwortlich dürften laut Ökonom Bee vor allem sinkende Kurse bei Anleihen und Gold sein. Ausserdem musste die SNB zuletzt wahrscheinlich Verluste wegen eines leicht schwächeren Euro-Kurses verbuchen. (kat/rub)

Erstellt: 09.01.2017, 07:26 Uhr

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