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Die «tickende Zeitbombe» der SBB

Es ist eine historische schwarze Zahl: Zum ersten Mal in vier Jahrzehnten schreibt SBB Cargo Gewinn. Weshalb man sich bei den Bundesbahnen dennoch Sorgen um die Gütersparte macht.

Im Nord-Süd-Verkehr steht das Unternehmen im Konkurrenzdruck: Lokomotive von SBB Cargo fährt an Vira TI vorbei.
Im Nord-Süd-Verkehr steht das Unternehmen im Konkurrenzdruck: Lokomotive von SBB Cargo fährt an Vira TI vorbei.
Keystone

Rund 40 Jahre lang steckte der Güterverkehr der SBB in den roten Zahlen. 2013 kam es zur historischen Wende: Gemäss dem vorläufigen Jahresabschluss, den die Zeitung «Schweiz am Sonntag» publik macht, resultierte ein einstelliger Millionengewinn. Dies vor allem wegen Kostensenkungen und Personalabbau. SBB Cargo beschäftigt inzwischen weniger als 3300 Mitarbeiter, vor zehn Jahren waren es noch fast 5000. Im Vorjahr 2012 gabs einen Verlust von 51 Millionen Franken.

Die SBB äussern sich gegenüber der Zeitung nicht zu den Zahlen und verweisen auf die Bilanzmedienkonferenz vom 25. März. Stephan Wehrle sagt gegenüber der «Schweiz am Sonntag» immerhin: «Es sieht gut aus, dass wir das angestrebte ausgeglichene Resultat im Güterverkehr erreichen werden.»

Druck im Nord-Süd-Verkehr

Trotz schwarzer Zahlen ist man bei den SBB besorgt, denn im Nord-Süd-Verkehr, wo freier Wettbewerb herrscht, geraten die Bundesbahnen unter Druck. SBB-Konzernchef Andreas Meyer sprach an einer internen Sitzung von einer «tickenden Zeitbombe». Er stellt – wie zuverlässige Quellen der «Schweiz am Sonntag» bestätigen – die ganze Abteilung SBB Cargo International infrage. «Wenn wir hier keine Lösung finden, müssen wir diesen Bereich aufgeben», soll er klipp und klar gesagt haben.

Der Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für diese Gesellschaft, der erst vor knapp zwei Jahren abgeschlossen wurde, sei im verschärften Wettbewerbsumfeld ein Hindernis, betonen Insider. Die Gewerkschaften – bei den SBB traditionell äusserst einflussreich – würden mit ihrer «sturen Haltung» den gesamten Geschäftsbereich gefährden.

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