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«Die UBS macht sich unmöglich»

Der FDP-Nationalrat Philipp Müller versteht die ablehnende Haltung der UBS bei der «Too big to fail»-Vorlage nicht. Namentlich kritisiert er Oswald Grübel und seinen Parteikollegen Kaspar Villiger.

«Kein Verständnis für das Verhalten der UBS-Führung»: FDP-Nationalrat Philipp Müller.
«Kein Verständnis für das Verhalten der UBS-Führung»: FDP-Nationalrat Philipp Müller.
Keystone

FDP-Nationalrat Philipp Müller glaubt, dass die «Too big to fail»-Vorlage durchs Parlament kommt. Und er kritisiert die Führungsspitze der UBS in einem Interview mit der Zeitung «Der Sonntag» scharf. In der FDP würden «all jene Mitglieder, die sich mit der Thematik befasst haben, geschlossen hinter der Vorlage» stehen, so Müller.

Was hält er von den öffentlichen Auftritten der UBS-Führung? «Diese Auftritte kommen nicht gut an. Man kann sich schon fragen: Ausgerechnet die Institution, welche diese Vorlage verursacht hat, stemmt sich am heftigsten dagegen. Aus Marketingsicht ist das kontraproduktiv», meint der FDP-Nationalrat. «Mir tun alle Mitarbeiter der UBS leid, die tagtäglich eine seriöse Arbeit leisten. Sie schütteln ja auch den Kopf über das Verhalten ihrer Führungscrew. Die Leute am Schalter müssen das Debakel ausbaden. Sie werden angepöbelt. Das höre ich von UBS-Mitarbeitern bis ins mittlere Kader hinauf», so der FDP-Politiker im Interview mit «Der Sonntag».

Kritik an Grübel und Villiger

Namentlich kritisiert Müller UBS-Chef Oswald Grübel und Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger: «Mit dem, was sie tun, erreichen sie das Gegenteil. Ich habe kein Verständnis für das Verhalten der UBS-Führung.» Grübels Forderung nach einer Gewinnverdoppelung einer Eigenkapitalrendite von über 20 Prozent sei für ihn nicht nachvollziehbar.

Aber auch Parteikollege Kaspar Villiger werde seiner Rolle als Vermittler zwischen Politik und Bankenwelt nicht gerecht. Müller glaubt zudem auch nicht an die Drohung, dass die UBS ins Ausland abziehe. Dafür sei die Schweiz als Bankenplatz zu erfolgreich und attraktiv. Sein Fazit: «Die UBS macht sich unmöglich.»

Ein Aufstand der Aktionäre steht bevor

Zwei Jahre nach seinem Antritt als Verwaltungsratspräsident der UBS hat Kaspar Villiger offenbar auch den Rückhalt bei Investoren und Politikern verloren. «Die UBS hat uns versichert, dass der Nachfolgeprozess für den CEO und den Präsidenten eingeleitet wurde», sagt Dominique Biedermann, Direktor der Anlagestiftung Ethos, der« SonnntagsZeitung».

An der GV am kommenden Donnerstag unterstützt Ethos die Wiederwahl Villigers für ein Jahr. «Wenn er für eine längere Amtsperiode vorgeschlagen wäre, müssten wir die Frage ganz anders beurteilen», so Biedermann in der «SonntagsZeitung».

Tritt Villiger im kommenden Jahr nicht ab, droht ein Aktionärsaufstand. Auch Politiker gehen auf Distanz. «Die Aufgabe, neue Brücken zur Politik aufzubauen, ist ihm nicht gelungen», sagt CVP-Nationalrat und Bankenspezialist Pirmin Bischof.

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