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Die UBS will angeblich Investmentbanking ausgliedern

Gemäss «Wall Street Journal» plant die UBS, das Investmentbanking vom restlichen Bankgeschäft abzuspalten. Der Bereich soll in Zukunft von Orten aus geführt werden, an denen er nur lokalen Kontrollen unterliegt.

kpn/bru
Das Investmentbanking-Geschäft brachte der Bank in der Finanzkrise grosse Verluste ein: Der UBS-Hauptsitz in Zürich.
Das Investmentbanking-Geschäft brachte der Bank in der Finanzkrise grosse Verluste ein: Der UBS-Hauptsitz in Zürich.
Reuters

Die UBS erwägt einem Bericht des «Wall Street Journals» zufolge eine Abspaltung ihres Investmentbankings vom übrigen Bankgeschäft. Das UBS-Management denke darüber nach, das Investmentbanking-Geschäft künftig separat von der restlichen Gruppe aus London, New York oder Singapur zu führen.

Dort unterliege es lediglich der Kontrolle lokaler Aufsichtsbehörden, berichtet die Zeitung. Der Bereich soll in eine eigene rechtliche Einheit umgewandelt werden. Laut «Wall Street Journal» hoffe man, dass der Mutterkonzern im Falle erneuter Probleme im Investmentbanking nicht für die Verluste des Bereichs haften müsste.

Milliardenverluste

Das Investmentbanking-Geschäft hatte der Grossbank während der Finanzkrise Milliardenverluste eingebracht. Zuletzt hatte der Geschäftsbereich den Abgang wichtiger Leute zu verkraften, auch weil sie mit ihren Boni nicht zufrieden gewesen sein sollen.

Wie das «Wall Street Journal» anmerkt, wird die Schaffung eines unabhängigen Vehikels für den Bereich jedoch nicht verhindern können, dass auch in Zukunft nationale Bankaufsichtsbehörden von der Schweiz die Abdeckung von Verlusten im Investmentbanking fordern werden.

Nicht nur Vorteile

Noch sei unklar, welcher Standort als Sitz für das abgetrennte Geschäft das Rennen mache, so das «Wall Street Journal» weiter. Laut Insidern versuche man, den Hauptsitz des Investmentbankings so zu wählen, dass dem Bereich der grösstmögliche Handlungsspielraum verschafft wird.

Doch die Isolierung des Geschäfts könnte auch Probleme mit sich bringen, merkt das «Wall Street Journal» an. Die Abspaltung des Investmentbankings würde es seinen Bankern schwieriger machen, das Bestandskonto des Konzerns als Rückhalt für neue Deals zu verwenden. Bei der UBS war vorerst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

UBS lässt Gerüchte unkommentiert

Die UBS schafft keine Klarheit um Gerüchte über eine mögliche Auslagerung oder Abspaltung der Investmentbank. Den Bericht der US-Tageszeitung «Wall Street Journal» lässt die Grossbank unkommentiert.

UBS-Chef Oswald Grübel hat in den vergangenen Wochen mehrfach davon gesprochen, die Bank könnte Teilgeschäfte ins Ausland verlagern. Grund für seine Androhung ist die Verschärfung der Schweizer Kapitalvorschriften, die den Grossbanken möglicherweise einen im internationalen Vergleich hohen Eigenkapitalpuffer von 19 Prozent der Bilanzsumme aufzwingen könnte.

Die Behauptung der New Yorker Finanz- und Wirtschaftszeitung, die Finanzaufsichtsbehörde Finma dränge die UBS für die Stabilisierung zu einer Aufspaltung des Konzerns, liess UBS-Sprecher Serge Steiner auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA unkommentiert.

Aktien legen zu

Die Bank beobachte und analysiere rund um die Welt die Schritte der Finanzmarkt-Regulatoren, um «bei Bedarf angemessene Massnahmen zu ergreifen», sagte Steiner. Die Bank stehe nach wie vor zu ihrem derzeitigen Modell. Veränderungen in der rechtlichen Struktur des Bankenkonzerns würden aber ebenfalls laufend geprüft.

Der Markt schenkt den Gerüchten aber offenbar mehr Glauben: «Mit den verschärften Regulierungsvorschriften wird die UBS ihr Gewinnziel von 15 Milliarden Franken kaum erreichen – aus dieser Sicht wäre eine Abspaltung des Investmentbankings ein logischer Schritt», sagte ein Händler der Nachrichtenagentur Reuters.

Am Morgen legten die Titel der UBS an der Börse um 1,3 Prozent zu und standen kurz vor der Mittagszeit bei 16,21 Franken.

(SDA)

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