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«Die US-Justiz will ihre Inkompetenz vertuschen»

Der Whistleblower Bradley Birkenfeld hat sich gegenüber der «Tagesschau» erstmals zum Fall UBS geäussert. Dabei erhebt er schwere Vorwürfe gegen das US-Justizministerium.

Bradley Birkenfeld im Interview mit USA-Korrespondent Arthur Honegger (Bild: Screenshot SRF)
Bradley Birkenfeld im Interview mit USA-Korrespondent Arthur Honegger (Bild: Screenshot SRF)

UBS-Whistleblower Bradley Birkenfeld hat sich erstmals vor Schweizer Kamera zu seinem Fall geäussert. Gegenüber der «Tagessschau» von SRF wirft er dem US-Justizministerium vor, jahrelang untätig gewesen zu sein und einflussreiche Steuerhinterzieher zu schützen. Im Interview mit USA-Korrespondent Arthur Honegger betont er, er habe nie die Schweiz an den Pranger stellen wollen. «Es geht nicht um die Schweiz, sondern um Fehlverhalten auf der obersten Führungsebene der Bank. Ich fand es wichtig, das offen zu legen.»

Birkenfeld macht auch dem ehemaligen Top-Management der UBS schwere Vorwürfe. Seine damaligen Chefs hätten von den systematischen illegalen Geschäftspraktiken gewusst. Seine Belege dafür hätten die US-Justizbehörden jedoch nie sehen wollen: «Das Justizministerium will seine Inkompetenz und kriminellen Machenschaften vertuschen», so Birkenfeld.

Konten für exponierte Personen

Laut Birkenfeld wurden die grossen Steuerhinterzieher nie verfolgt. «Und ich habe der Justiz wohlverstanden die Namen von ein paar grossen Kunden geliefert.» Doch die UBS habe in Zürich spezielle Konten für «politisch exponierte Personen», so genannte «PEP», unterhalten, sagt Birkenfeld. Einflussreiche Besitzer solcher Konten seien von den US-Justizbehörden bei deren Ermittlungen geschützt worden.

Birkenfeld kassierte die Rekordsumme von 104 Millionen US-Dollar aus dem so genannten Whistleblower-Programm. Ums Geld sei es ihm aber nie gegangen, sagt er. Er habe lediglich das Richtige tun wollen, Whistleblower seien gewissermassen ein verlängerter Arm des Gesetzes.

Er hoffe, dereinst in die Schweiz zurückzukehren: «Hoffentlich verstehen die Leute, dass ich das Richtige getan habe und dass es der Schweiz am Ende geholfen hat.»

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