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Doppelter Alder ist eine Hypothek für Alpiq

Bis zu fünf Jahre will Jens Alder Chef und Verwaltungsratspräsident bleiben. Aus Governance-Sicht ist das unverständlich.

MeinungPhilipp Felber

Bis zu fünf Jahre will Jens Alder sein Doppelmandat bei der Alpiq ausüben. Er ist seit Anfang Jahr Verwaltungsratspräsident und gleichzeitig als Delegierter des Verwaltungsrats operativer Chef des Stromkonzerns. Dieses Doppelmandat ist heikel. Vor allem auch, weil es zeitlich auf eine lange Zeit ausgelegt ist.

Jens Alder hat eine Mission. Er, der als harter Turnaround-Manager etwa bei der Swisscom in Erscheinung getreten ist, will die Alpiq in ruhigere Zeiten führen. Einst sagte er, dass er den Chefposten bei der Swisscom nicht angestrebt habe. Nach dem Abgang von Alpiq-Chefin Jasmin Staiblin übernimmt er nun wieder einen operativen Posten. Auch dieses Mal sagt Alder, dass er die Aufgabe nicht gesucht habe.

Doppelmandate sind seit den Zeiten Vasellas bei Novartis verpönt. Der Hintergrund: Der Verwaltungsrat hat die Aufsicht über den Firmenchef. Sitzt jemand in beiden Gremien, kommt es zu einer paradoxen Situation. Das sehen auch Alder und Alpiq so. Die Firma hat einen Ausschuss gegründet, der Alder auf die Finger schauen soll. Und Alder selbst sagt, dass eine Trennung das bessere Modell sei.

Sitzt jemand in beiden Gremien, kommt es zu einer paradoxen Situation.

Weil Alder aber nicht klar kommuniziert, wann er wieder abtritt, sind seine Aussagen Makulatur. Ein ein­jähriges Interregnum von Alder könnte mit dem Wunsch nach Stabilität an der Spitze des Konzerns erklärt werden. Ein längeres Engagement nicht. Geht er in einem Jahr oder doch erst in fünf? Das ist eine Frage, die auch die Aktionäre zu interessieren hätte. Diese haben den doppelten Alder aber abgesegnet.

Alpiq hat es verpasst, einen geeigneten Nachfolger für Staiblin aufzubauen. Denn, wie es von Alpiq heisst, war ihr Abgang nicht überraschend. Genug Zeit also, um eine andere Lösung für den Chefposten zu finden. Allenfalls auch eine interne Lösung, die Stabilität gewährleistet hätte. So aber haftet dem Engagement von Alder an der Spitze von Alpiq ein Makel an. Keine gute Voraussetzung, um die Firma in ruhigere Zeiten zu führen.

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