Dougan: Über 160 Millionen Franken für acht Jahre

Tidjane Thiam kann sich freuen: Der Chefsessel bei der Credit Suisse ist Gold wert.

Bei der Credit Suisse ein Grossverdiener: Brady Dougan. Foto: Keystone

Bei der Credit Suisse ein Grossverdiener: Brady Dougan. Foto: Keystone

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Als erfolgreicher Topmanager wird Brady Dougan keinesfalls in die Annalen der Credit Suisse eingehen. Dafür als einer der bestverdienenden, addiert man seine Gehälter über die acht Jahre an der Spitze der Bank. In den letzten Jahren oszillierte seine Vergütung zwischen einen Spitzengehalt von 22,3 Millionen 2007 und geradezu bescheidenen 2,8 Millionen Franken ein Jahr später.

Die Fragwürdigkeit der kaum mehr durchschaubaren Vergütungsberechnungen wurde 2009 ins grelle Scheinwerferlicht gezerrt, als Dougan neben seinem ordentlichen Salär von 19,2 Millionen Franken noch 70 Millionen Franken in Aktien aus einem Bonusprogramm von 2004 kassierte. Dies mitten in der von den Banken losgetretenen Finanzkrise.

Für 2013 bekam der Amerikaner 9,79 Millionen Franken. Das Geschäftsjahr 2014 dürfte ihm voraussichtlich etwas weniger eintragen. Ende Februar kündigte die CS an, dass die variablen, längerfristigen Entschädigungen für die Konzernleitung um 20 Prozent reduziert würden.

Abschiedsgeschenk für Dougan

Insgesamt dürfte Dougan in den acht Jahren an der Spitze der Grossbank über 160 Millionen Franken kassiert haben. Weiter besass er per Ende 2013 über 1,2 Millionen CS-Aktien sowie nicht eingelöste Aktienansprüche im Wert von 12,3 Millionen Franken. Allein das Paket der bereits erworbenen 1,2 Millionen Aktien machte gestern einen Sprung von 2,3 Millionen auf rund 31 Millionen Franken. Ein Schmerzensgeld für Dougan, denn die Börse applaudierte seinem Nachfolger Tidjane Thiam in Form eines Kurssprungs.

Wie die Abgangsmodalitäten für Dougan aussehen, ist nicht bekannt. Abgangsentschädigungen sind seit der Umsetzung der Minder-Initiative verboten. Doch die einfallsreichen Vergütungsexperten haben bereits einen (legalen) Ersatz gefunden. Das Abschiedsgeschenk heisst heute «Karenzentschädigung für das nachvertragliche Konkurrenzverbot». Die entsprechende Möglichkeit findet sich auch in den Statuten der CS. Artikel 20g erlaubt eine Entschädigung in der Höhe der Vergütung der letzten 12 Monate für ein Konkurrenzverbot von maximal einem Jahr. Darüber hinaus beträgt die Kündigungsfrist für Dougan maximal ein Jahr.

Langfristige Anreizprogramme

Mit Tidjane Thiam kommt erneut ein Grossverdiener nach Zürich. Beim britischen Versicherer Prudential verdiente er 2012 umgerechnet 14,2 Millionen Franken. Der Verwaltungsrat hatte ihm damals sein Gehalt im Vergleich zum Vorjahr um 6 Millionen Franken erhöht. 2013 sank die Entschädigung leicht auf 13 Millionen Franken. Über die Hälfte davon sind laut Geschäftsbericht in langfristigen Anreizprogrammen angelegt, auf die Thiam kaum verzichten wird, weshalb sie wohl von der CS übernommen werden.

2013 sorgte Thiam für Schlagzeilen, als er 400'000 Aktien seines Arbeitgebers verkaufte und dank kräftig steigender Aktienkurse über 7 Millionen Franken einstrich. Die Papiere stammten aus einem Vergütungsprogramm von 2010, das 2013 in Form von 1,2 Millionen Prudential-Aktien an den CEO ausbezahlt worden war.

Erstellt: 10.03.2015, 23:37 Uhr

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