Zum Hauptinhalt springen

Dreamliner geht mit neuer Batterie in die Luft

Die Boeing 787 absolvierte nach zweimonatigem Grounding einen ersten Testflug. Es soll alles nach Plan gelaufen sein.

Hebt wieder ab: Dreamliner startet in Everett zum Testflug. (25. März 2013)
Hebt wieder ab: Dreamliner startet in Everett zum Testflug. (25. März 2013)
AFP

Der US-Flugzeugbauer Boeing hat erstmals das neue Batteriesystem des fehlergeplagten Modells Dreamliner in der Luft getestet. Wie das Unternehmen mitteilte, hob eine modifizierte 787 im US-Bundesstaat Washington zu einem zweistündigen Probeflug ab. Mit dem nächsten Flug soll bereits die Phase für eine Wiederzulasung des Dreamliners beginnen, obwohl unklar ist, warum die Batterien überhaupt ausgefallen waren. Die umgebaute 787 der polnischen Fluggesellschaft LOT startete auf dem Flugplatz Paine Field in Everett, einem Boeing-Standort nahe Seattle. Die sechsköpfige Besatzung, neben den Piloten vier Techniker, hätten von einem «Flug nach Plan» berichtet, teilte Boeing kurz nach der Landung mit.

Bei dem Probeflug wurden vor allem Funktionstest gemacht. Nach Angaben von Boeing wurden das Fahrwerk, die Sicherheitssysteme und die Elektrik überprüft. Es handelte sich um den ersten Dreamliner-Flug seit Februar, als Boeing kurz nach dem weltweiten Betriebsverbot zur Fehlersuche benötigte Flüge unternommen hatte.

Modifiziertes Batteriesystem

Die US-Flugaufsicht FAA hatte Mitte Januar nach einer Pannenserie ein weltweites Flugverbot verhängt, weil die eingebauten Lithium-Ionen-Batterien überhitzen können. Betroffen sind 50 bereits ausgelieferte Flugzeuge sowie weitere Modelle, weil der Flugzeugbauer seine Produktion fortgesetzte. Im März genehmigte die FAA schliesslich einen von Boeing vorgelegten Plan zur Zulassung eines modifizierten Batteriesystems.

Die Zertifizierungsphase durch die FAA solle schon mit dem nächsten Testflug beginnen, teilte Boeing mit. Dann werde dasselbe Flugzeug wie am Montag zum Einsatz kommen und «zeigen, dass sich das neue System im Flugbetrieb wie vorgesehen verhält», hiess es in der Unternehmens-Mitteilung. Ray Conner, der bei Boeing die Sparte für zivile Luftfahrt verantwortet, hatte schon Mitte März angekündigt, dass die Wiederzulassung des Dreamliners eher eine Frage von Wochen denn von Monaten sei.

Steigende Treibstoffpreise

Tatsächlich aber wissen weder Boeing noch die US-Behörden mit Sicherheit, wo der Fehlerteufel beim einstigen Hoffnungsträger Dreamliner steckt. So kommt es, dass das neue Batterie-System auch nicht die Ursache der bisherigen Defekte ausschliesst. Vielmehr zielen die Umbauten, die dem Dreamliner eine Rückkehr in die Luft ermöglichen sollen, darauf ab, dass künftige Batteriedefekte keine gravierenden Auswirkungen auf den sicheren Flugbetrieb haben sollen.

Boeing hält an den neuartigen Akkus fest, weil sie eine bessere Leistung bei geringerem Gewicht aufweisen als die in der Luftfahrt bisher üblichen Nickel-Cadmium-Batterien. In Zeiten steigender Treibstoffpreise ist die Wirtschaftlichkeit des Dreamliners Boeings wichtigstes Verkaufsargument.

Der Flugzeugbauer hält sich bislang bedeckt, wie viel Kosten die Pannenserie bereits verursacht hat. Allein der grösste Dreamliner-Kunde Japan Airlines bezifferte in der vergangenen Woche die durch das Flugverbot bis zum Mai entstehenden Ausfälle mit 3,4 Milliarden Yen (28 Millionen Euro).

SDA/chk

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch