«Ein Schweizer soll die Credit Suisse führen»

Für den früheren CS-CEO Oswald Grübel macht die Bank in der aktuellen Krise keine gute Figur.

«Die ausländischen Medien platzen vor Schadenfreude»: Ehemaliger Chef der Credit Suisse. (Archivbild)

«Die ausländischen Medien platzen vor Schadenfreude»: Ehemaliger Chef der Credit Suisse. (Archivbild) Bild: Anthony Anex/Keystone

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Die Verteidigungsstrategie der Credit Suisse mit der Kernaussage «CEO Thiam wusste von nichts» hält der frühere Chef der Grossbank für unglaubwürdig, wie er in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» sagte. Für Oswald Grübel macht die CS deshalb im Umgang mit der aktuellen Krise keine gute Figur.

«Und das schadet dem Schweizer Finanzplatz. Die ausländischen Medien platzen vor Schadenfreude. In einem Geschäft, in dem vor allem Kompetenz verlangt wird, gibt es nichts Schlimmeres, als lächerlich dazustehen», sagte er der Zeitung.

Wenn es nach dem Ex-CEO der CS geht, solle künftig wieder ein Schweizer die Grossbank führen. «Es ist hilfreich, im globalen Geschäft Angestellte zu haben, die internationale Erfahrung mitbringen», sagt Grübel der «NZZ am Sonntag». «Aber die Schweizer Banken sind heute weniger global als 2009. Da würde es Sinn machen, wieder einen Schweizer als CEO einzusetzen.»

Mitarbeiter-Überwachung

Die Credit Suisse überwacht ihre Mitarbeiter mithilfe des US-Softwarekonzerns Palantir, wie der «SonntagsBlick» schreibt. Dabei werden sämtliche E-Mails der Angestellten gescannt, um so potenziell gefährlichen Mitarbeitern frühzeitig auf die Schliche zu kommen.

Für das Büro des Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten sei das laut der Zeitung ein heikles Spannungsfeld: «Wenn eine Bearbeitung einzig dem Zweck der Leistungsförderung und -kontrolle oder der Überprüfung der Vertragstreue von Mitarbeitenden dient, darf diese nicht über das auch in anderen Branchen zulässige Mass hinausgehen», sagte deren Sprecher Hugo Wyler. (chk)

Erstellt: 06.10.2019, 08:28 Uhr

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