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Einer der grössten Börsengänge der Geschichte bahnt sich an

Alibaba ist die grösste Online-Handelsplattform in China. Mit seinem Börsengang will das Unternehmen mindestens eine Milliarde Dollar erzielen. Experten erwarten ein Vielfaches.

Alibaba betreibt das wichtigste Auktionshaus Chinas: Ein Arbeiter der Firma beim Schattenboxen.
Alibaba betreibt das wichtigste Auktionshaus Chinas: Ein Arbeiter der Firma beim Schattenboxen.
AP Photo
Eine Mitarbeiterin im Callcenter der Firma in Hangzhou.
Eine Mitarbeiterin im Callcenter der Firma in Hangzhou.
Carlos Barria, Reuters
Eine Réceptionistin im Hauptquartier von Alibaba in Hangzhou.
Eine Réceptionistin im Hauptquartier von Alibaba in Hangzhou.
AP Photo
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Die chinesische Online-Handelsplattform Alibaba strebt bei ihrem Börsengang in New York einen Erlös von mindestens einer Milliarde US-Dollar (720 Millionen Euro) an. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Börsenprospekt von Alibaba hervor. Experten erwarten jedoch einen weitaus grösseren Erlös. Der Prozess bis zum Handelsstart an der New Yorker Börse wird etwa drei bis vier Monate dauern.

Sicher ist, dass der Börsengang der grösste seit dem vergangenen Herbst werden wird, als der Kurznachrichtendienst Twitter sein Debüt auf dem Parkett gab und rund 1,8 Milliarden Dollar erlöste. Die Zahl von einer Milliarde Dollar schätzen Experten als viel zu tief angesetzt ein. Alibaba wird das Potenzial zugetraut, Facebook zu überflügeln, das vor zwei Jahren rund 16 Milliarden Dollar erlöste. Bislang steht nicht fest, wie viele Aktien die Alibaba-Gruppe auf den Markt geben wird und welche Preisspanne die Papiere haben werden.

Experten euphorisch

Auch wenn Alibaba bei weitem nicht so bekannt ist wie Facebook, so ist das Unternehmen doch in den vergangenen Jahren rapide gewachsen und erwirtschaftet mittlerweile mehr Geld als die Internet-Handelsgiganten Amazon und eBay zusammen.

Im vergangenen Jahr kauften 231 Millionen Kunden Waren im Wert für 248 Milliarden Dollar über die Seiten von Alibaba ein, wie aus den Unterlagen für den Börsengang hervorgeht. Einer der grössten Anteilseigner von Alibaba ist das US-Internet-Unternehmen Yahoo. Experten erwarten, dass das Alibaba rund 208 Millionen Anteile verkaufen wird. Derzeit sind die vier grössten Anteilseigner Japans SoftBank Corp mit 34 Prozent, Yahoo mit 23 Prozent, der ehemalige Geschäftsführer und Mitgründer Jack Ma mit 8,9 Prozent und Mitgründer Joseph Tsai mit 3,6 Prozent.

Die meisten Experten erwarten, dass der Börsengang mindestens zehn Milliarden Dollar einbringen dürfte. Die Aktien sollen voraussichtlich zu einem Preis ausgegeben werden, mit dem Alibaba einen Marktwert von 195 Milliarden Dollar haben wird. Das würde den derzeitigen Marktwert von Facebook von 150 Milliarden Dollar übertreffen.

In einer Wohnung gegründet

Von April bis Dezember 2013 machte das Unternehmen 2,9 Milliarden Dollar Gewinn. Der Umsatz lag bei 6,5 Milliarden Dollar. Das Geschäftsjahr endete im März. In derselben Zeit verdienten Ebay und Amazon zusammen 2,4 Milliarden Dollar.

Allerdings ist Alibabas Marktführerschaft alles andere als gesichert. Die Kunden in China gelten als sehr unbeständig, sie hüpfen schnell von einem im Trend liegenden Dienst zum nächsten, wie Expertin Kelland Willis erklärte. So komme der Mobile Textdienst WeChat, der dem Konkurrenten Tencent gehört, bereits als mögliche starke Bedrohung in Betracht.

Alibaba wurde 1999 in einer Wohnung von Jack Ma mit einem Startkapital von 60'000 Dollar gegründet. Ma war ein ehemaliger Englischlehrer ohne Erfahrung im Geschäftsleben oder in Technologie.

sda/AP/mw

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