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Einkaufstourismus in der Tourismusbranche

Viele Schweizer buchen ihre Ferien über ausländische Onlineportale. Im Geschäft mit Pauschalreisen gingen der Branche im letzten Jahr deshalb rund 300 Millionen Franken durch die Lappen.

Der Blick auf den Umrechnungskurs ist oft ernüchternd: Touristinnen am Strand.
Der Blick auf den Umrechnungskurs ist oft ernüchternd: Touristinnen am Strand.
Keystone

Auch die Tourismusbranche kämpft mit dem Einkaufstourismus. Schweizer buchen entweder in ausländischen Reisebüros oder über ausländische Onlineportale. Im Pauschalreisengeschäft sind so 2013 etwa 300 Millionen Franken ins Ausland abgeflossen. Dies sagt Martin Wittwer, Chef von Tui Schweiz, im Interview mit dem «SonntagsBlick».

«Wir haben ungleich lange Spiesse. Ausländische Anbieter können eine Schweizer Web-Adresse lösen und ihre Preise in Euro anschreiben. Wir müssen in Franken anschreiben», sagt er.

Hohe Kreditkartengebühren

Dass Konsumenten in jedem Fall vom Euro profitieren, sei ein Irrglaube, der sich in den Schweizer Köpfen verankert habe. «Dass die Kreditkartenfirmen zudem einen höheren Umrechnungskurs anwenden, wird vielfach erst später bemerkt.» Tui habe in der Schweiz dieselben Preise wie in Deutschland und rechne den Euro 1:1 um.

Als Massnahme gegen Fremd- und Individualbucher setzt Tui auf tagesaktuelle und dynamische Preise und exklusive Hotelkonzepte. Das Internet mache die Reisebüros aber nicht einfach überflüssig. Die Reisebüros müssten ihre eigenen Angebote aber online anbieten und On- und Offline-Welten verknüpfen.

Zwischen 2012 und 2013 habe der Umsatz von Schweizern, die Ferien auf Schweizer Internetportalen gebucht haben, um 31 Prozent zugenommen. «Der Trend hält auch 2014 an», sagt Wittwer im «SonntagsBlick». Zudem informieren sich acht von zehn Kunden, die im Reisebüro buchen, vorher im Internet.

SDA/wid

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