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Emmis Butter-Deal erzürnt die Bauern

Der Milchverarbeiter Emmi importiert jährlich bis zu 150 Tonnen Butter aus Europa – obwohl die Schweiz auf einem rund 8000 Tonnen schweren Butterberg sitzt. Dies sorgt für Unmut bei den Landwirten.

Exportiert importiere Butter: Ein Lastwagen verlässt die Emmi-Filile in Kaltenbach.
Exportiert importiere Butter: Ein Lastwagen verlässt die Emmi-Filile in Kaltenbach.
Keystone

Jährlich kauft Emmi zwischen 100 und 150 Tonnen europäische Butter in den Niederlanden, um Schmelzkäse herzustellen, der exportiert wird. «Emmi wäre daran interessiert, für dieses Export-Produkt Schweizer Butter zu verwenden», sagte Emmi-Mediensprecherin Sibylle Umiker auf Anfrage und bestätigte einen Artikel des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes LID.

«Aber damit dieser Schmelzkäse auf dem europäischen Markt wettbewerbsfähig bleibt, müsste die Schweizer Butter zu EU-Konditionen gekauft werden können», erklärte Umiker. Mit der Euroschwäche sei der Schmelzkäse allerdings immer weniger rentabel.

Politisch fragwürdig

Umiker erklärte zudem, dass dieses Produkt das einzige sei, für welches Importbutter bezogen werde. «Im Grunde genommen ist juristisch gesehen nichts falsch, das Ganze ist legal», sagte Stefan Hagenbuch, Vizepräsident der Schweizer Milchproduzenten (SMP), der Nachrichtenagentur sda.

Allerdings sei es politisch betrachtet doch «sehr speziell, einerseits europäische Butter zu importieren und andererseits zu versuchen, tausende Tonnen Butter auf dem europäischen Markt los zu werden». Es habe einige Anrufe erzürnter Bauern gegeben, die dieses Vorgehen nicht verstünden, erklärte Hagenbuch. Die SMP will nun künftig solche Fälle verhindern.

SDA/wid

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