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Ems-Chemie: Eine Entgegnung

1983 kaufte Christoph Blocher die Ems-Chemie. Warum er sich dazu entschied und wie viel er für das Familienunternehmen bezahlte, weiss seine Tochter Magdalena Martullo.

Anfang der Achtzigerjahre befand sich die Weltwirtschaft in einer starken Rezession. Die Textilindustrie (das damalige Hauptgeschäft der Ems-Chemie) war besonders stark betroffen. Die Ems-Chemie kämpfte mit Verlusten. Entlassungen waren unvermeidlich. 1979, auf dem Höhepunkt der Krise, starb der Firmengründer Werner Oswald. Unvermittelt, aufgrund eines Wechsels bei der Steuerzuständigkeit, sahen sich dessen Frau und dessen Kinder mit bedeutend höheren Vermögenssteuern konfrontiert, die sie aufgrund des schlechten Geschäftsgangs nicht mehr aus der Dividende der Ems-Chemie finanzieren konnten. Die Familie Oswald entschloss sich zum Verkauf ihrer Familienholding, welche die Aktien an der Ems-Chemie hielt.

Den Auftrag zum Verkauf erhielten Christoph Blocher und als Vertreter der Familie zwei in der Geschäftsleitung der Ems-Chemie tätige Söhne des Firmengründers. Zusammen mit dem damaligen Ems-Finanzchef führten die drei Verkaufsgespräche mit ausländischen Konkurrenzfirmen. Diese waren in erster Linie an Kunden und Patenten interessiert, aber nicht am Erhalt des Werkplatzes Domat/Ems. Das höchste Angebot kam von General Electric. Jack Welch verhandelte persönlich und machte ein Angebot für rund 20 Millionen Franken. Er plante, mindestens die Hälfte der bündnerischen Belegschaft zu entlassen.

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