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Er starb am Schreibtisch

Nicolas G. Hayek, der Patriarch der Schweizer Uhrenindustrie, ist völlig überraschend gestorben. Noch ist unklar, wann der aussergewöhnliche Unternehmer beerdigt wird.

Wirkte immer voller Elan - bis zum Schluss: Hayek an der Baselworld im März 2010 mit Bundesrat Moritz Leuenberger.
Wirkte immer voller Elan - bis zum Schluss: Hayek an der Baselworld im März 2010 mit Bundesrat Moritz Leuenberger.
Keystone
In den Achtzigerjahren war die Schweizer Uhrenindustrie faktisch am Ende. Billigkonkurrenz aus Japan hatte sie ruiniert. 1983 schuf Hayek die SMH, eine Fusion zweier faktisch konkursiten Uhrenfirmen.
In den Achtzigerjahren war die Schweizer Uhrenindustrie faktisch am Ende. Billigkonkurrenz aus Japan hatte sie ruiniert. 1983 schuf Hayek die SMH, eine Fusion zweier faktisch konkursiten Uhrenfirmen.
Keystone
Schon vor Jahren hat Senior Hayek das Tagesgeschäft seinem Sohn Nick übergeben. Er selbst blieb Präsident.
Schon vor Jahren hat Senior Hayek das Tagesgeschäft seinem Sohn Nick übergeben. Er selbst blieb Präsident.
Keystone
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Nicolas G. Hayek, der Grand Seigneur der Schweizer Uhrenindustrie, ist tot. Hayek verstarb am Montag 82-jährig in Biel an einem Herzversagen. Der Schweizer mit libanesischen Wurzeln war Gründer und bis zuletzt Verwaltungsratspräsident der Swatch Group.

Hayek sei «völlig unerwartet während der Arbeit in seiner geliebten Swatch Group» gestorben, teilte Swatch am Montagabend mit. Hayek habe es verstanden, seine Visionen eines starken Uhrenkonzerns mit hoher schweizerischer Wertschöpfung zu verwirklichen. Er gelte zu Recht als wegweisender Unternehmer der Schweiz.

Durch personelle Entscheidungen habe Hayek sicher gestellt, dass seine Ideen und Vorstellungen überdauerten und die Kontinuität in Aktionariat, Verwaltungsrat und Geschäftsleitung gewährleistet seien, schreibt die Swatch Group weiter.

Vollblutunternehmer

Der Vollblutunternehmer Hayek war die treibende Kraft hinter der Wiedergeburt der Schweizer Uhrenindustrie in den 1980er Jahren. 1985 übernahm er die Mehrheit der Schweizerischen Gesellschaft Für Mikroelektronik und Uhrenindustrie (SMH), die Vorgängergesellschaft der Swatch Group.

Die operative Führung der Swatch Group gab Hayek 2003 an seinen Sohn Nick weiter. Der Uhrenkönig blieb aber Präsident des Verwaltungsrates. Inzwischen ist mit Enkel Marc Alexander Hayek bereits die dritte Generation der Familie in der Konzernleitung vertreten.

Der Milliardär Nicolas Hayek war ein Meister des Uhrenmarketings. Mit Zigarre und Uhren an beiden Handgelenken posierte er gerne mit Filmstars, Spitzensportlerinnen und Mannequins.

Glamour und Verantwortung

Allem Glamour zum Trotz appellierte Hayek immer wieder an die soziale Verantwortung des Unternehmers. Unternehmer dürften vorhandene, lebensfähige Firmen und damit Arbeitsplätze nicht zerstören, betonte er mehrfach.

Hayek, der nach eigenen Worten die Gesellschaft gerne provozierte und hinterfragte, erhielt viele nationale und internationale Auszeichnungen - unter anderem das Kreuz der französischen Ehrenlegion und das Ehrenbürgerrecht der Stadt Biel. Datum und Ort der Beisetzung sind noch nicht bekannt, wie Béatrice Howald, Sprecherin der Swatch Group, am Dienstag auf Anfrage erklärte.

(SDA)

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