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Ermittlungen wegen Tesla-Unfalls – Aktie stürzt ab

Nach einem tödlichen Crash mit einem Tesla Model X ermitteln die US-Behörden. Warum das für den Konzern zum Teufelskreis werden könnte.

Es war ohne Frage ein tragischer Unfall. Am vergangenen Freitag verunglückte ein Autofahrer im kalifornischen Mountain View, als er mit einer Barriere auf der Strasse kollidierte. Ein weiteres Auto erfasste den Wagen und ein drittes stiess mit ihm zusammen. Dann fing das erste Unfallauto Feuer. Der Fahrer erlag einen Tag später seinen Verletzungen. Dass dieser Unfall auch international Schlagzeilen schreibt, hat aber einen anderen Grund: Das involvierte Auto war ein Tesla Model X. Und die amerikanische Behörde National Transportation Safety Board (NTSB) hat erklärt, in dem Fall zu ermitteln.

Dass das NTSB auf den Plan gerufen wurde, hat verschiedene Gründe, wie die Behörde auf Twitter klarmacht. Zum einen war nicht klar, ob während des Unfalls der Autopilot des Wagens eingeschaltet war. Auch das Feuer wird untersucht. Zudem mussten Ingenieure von Tesla zum Unfallort und untersuchen, ob es sicher war, den Wagen zu entfernen. Auch dieses Vorgehen untersuchen die Ermittler.

Analysten sind davon zusätzlich beunruhigt – Probleme bei der Produktion des Model 3 hätten ihnen schon vorher Sorgen bereitet, heisst es von einem Experten des Hauses Robert W. Baird & Co. laut der Nachrichtenagentur Bloomberg. Er sei nicht sicher, ob Tesla das geplante wöchentliche Produktionsziel Ende März einhalten werde. Citigroup zweifelt daran, dass es Tesla gelingt, genug Käufer zu finden.

Aktie auf Ramschniveau

Am Dienstag dann entschied sich Moody’s, die Aktie von Tesla herunterzustufen. Sie wird nun mit B3 bewertet – sechs Stufen unter dem, was Moody’s als ein gutes Investment ansieht. Die Papiere von Tesla sind entsprechend unter Druck: Sie verloren am Dienstag mehr als acht Prozent an der Börse. Und das kann zu einem Teufelskreis für den Autobauer werden: Sollte der Kurs weiter sinken, schreckt dies Investoren ab. Und wenn es für Tesla schwieriger ist, Geld zu sammeln, gerät das Unternehmen noch weiter unter Druck.

Tesla selbst erklärte, man kooperiere vollumfänglich mit den Behörden. Aber die Firma verteidigte auch das in den Unfall involvierte Auto. Seit dem Start des Autopiloten im Jahr 2015 hätten Tesla-Fahrer 85’000-mal die Unfallstelle problemlos passiert, seit Anfang Jahr seien es allein 20’000-mal gewesen. «Wir haben nie gesehen, dass ein Tesla nach einem Unfall so sehr zerstört war», so Tesla weiter. Man vermute daher, dass das damit zu tun habe, dass die Schutzbarriere auf dem Highway falsch aufgestellt war.

Technologie selbstfahrender Autos in der Kritik

Sollte sich herausstellen, dass der Autopilot des Wagens eingeschaltet war, könnte die Technologie selbstfahrender Autos weiter in die Kritik geraten. Erst kürzlich hatte ein Volvo von Uber, der als autonomer Testwagen unterwegs war, eine 49-jährige Fussgängerin, die gerade die Strasse überquerte, tödlich verletzt. Der Wagen hatte nicht abgebremst, als die Frau aus dem Dunkeln auf die Strasse gelaufen war. Eine wichtige Frage ist nun: Warum haben die Sensoren des Wagens nicht reagiert?

Laut der Polizei in Arizona liegt die Schuld zwar wahrscheinlich nicht bei Uber. Das Video einer Kamera im Auto zeige, wie die Frau «direkt aus dem Schatten auf die Fahrbahn getreten war», so Polizeichefin Sylvia Moir. «Es ist klar, dass dieser Zusammenstoss in jedem Modus, ob autonom oder manuell, schwer zu verhindern gewesen wäre.» Dennoch stoppt Uber vorerst die Erprobung von selbstfahrenden Autos. Die Unterbrechung gelte für Nordamerika, sagte eine Sprecherin am Montag.

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