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Ermotti verdiente 12,5 Millionen Franken

Im letzten Geschäftsjahr gibt es für UBS-Chef Sergio Ermotti ein fürstliches Salär.

Jon Mettler, Jorgos Brouzos
UBS-Chef erhält 2019 1,6 Millionen Franken weniger Lohn, als im Vorjahr. Foto: Keystone
UBS-Chef erhält 2019 1,6 Millionen Franken weniger Lohn, als im Vorjahr. Foto: Keystone

Es ist noch immer eine riesige Summe, doch weniger als im Jahr davor. Die Grossbank UBS kürzt ihrem abtretenden Konzernchef Sergio Ermotti den Lohn: Wie dem gestern veröffentlichten Vergütungsbericht 2019 zu entnehmen ist, erhält der Tessiner eine Entschädigung von 12,5 Millionen Franken. Der feste Anteil beläuft sich auf 2,8 Millionen Franken, die Boni auf 9,7 Millionen Franken.

Zum Vergleich: Im Jahr 2018 erhielt Ermotti noch eine Vergütung von 14,1 Millionen Franken. Der Verwaltungsrat der UBS ist zwar zufrieden mit dem Bankenchef und stellt ihm ein gutes Zeugnis aus. Doch hätten der Rechtsstreit in Frankreich und das daraus resultierende Tief des Aktienkurses auf den Bonus gewirkt. Er fällt daher 14 Prozent tiefer aus als im letzten Jahr. 1,5 Millionen Franken des Bonus stehen gänzlich auf der Kippe – sie hängen vom Ausgang des Verfahrens in Frankreich ab.

Hohe Rückstellungen für Rechtsfälle

Die Bank wurde bekanntlich im letzten Februar zu einer milliardenschweren Busse verurteilt, wobei der Fall im kommenden Juni in zweiter Instanz wieder aufgenommen werden soll. Für «Rechtsfälle und regulatorische Angelegenheiten» weist die UBS per Ende 2019 Rückstellungen von umgerechnet 2,3 Milliarden Franken aus, wie im aktuellen Geschäftsbericht steht. Innert Jahresfrist sank die Summe um knapp 390 Millionen Franken.

Nebst dem Prozess in Frankreich wartet die Bank auch noch auf das Ende eines Verfahrens wegen fauler US-Hypothekengeschäfte im Vorfeld der Finanzkrise.

Ebenso wurden die Ziele des Verwaltungsrats in Bezug auf die Eigenkapitalrendite oder den Reingewinn nicht ganz erfüllt.

Die UBS hat Ermotti seit dem Jahr 2012 knapp 100 Millionen Franken an Lohn und Boni zugesprochen. Davon wurden knapp 50 Millionen ausbezahlt.

Die UBS überweist Boni unter anderem in Form von aufgeschobenen Vergütungen, mit Wartezeiten bis zu fünf Jahren. Damit sollen die Führungskräfte dazu angehalten werden, nicht nur kurzfristige Ziele zu verfolgen, sondern ein Interesse an der langfristigen Entwicklung der Bank haben.

Es ist praktisch ausgeschlossen, dass er die gesamte Summe erhält. Denn die Auszahlung der Boni hängt von zahlreichen Faktoren ab, die kaum alle eintreffen.

Khan erhält 8 Millionen

Der neue Co-Chef der Vermögensverwaltung Iqbal Kahn, der Anfang Oktober bei der UBS angefangen hat, erhält für 2019 eine einmalige Zahlung von 8,1 Millionen Franken. Damit wurden seine mit dem Wechsel zur UBS verfallenen Ansprüche beim vorherigen Arbeitgeber Credit Suisse abgegolten. Inklusive diesen Betrag beträgt die Entschädigung der Geschäftsleitung 110,2 Millionen Franken.

Nicht nur Konzernchef Ermotti, sondern auch Verwaltungsratspräsident Axel Weber erhielt letztes Jahr eine kleinere Entschädigung als 2018. Sein Gesamtgehalt für 2019 betrug noch 5,2 Millionen Franken nach 6 Millionen im Jahr davor.

Auch bei ist ein Teil der Entschädigung an die endgültige Lösung des Gerichtsfalls in Frankreich gebunden. Der gesamte Verwaltungsrat verdiente mit 12,5 Millionen nach 13,4 Millionen ebenfalls weniger als 2018.

Sergio Ermotti räumt Ende Oktober den Chefsessel bei der UBS. Das Ruder übernimmt dann der Niederländer Ralph Hamers, der bislang die niederländische Bank ING leitet.

Die Bank beschäftigt weltweit rund 68 600 Mitarbeiter, das sind rund 1800 mehr als im Vorjahr. 20700 Mitarbeiter zählt die Bank in der Schweiz. Die gesamte Lohnsumme belief sich im letzten Jahr auf 6,5 Milliarden Franken. Sie ist im Vergleich zum Vorjahr im Gegensatz zur Zahl der Mitarbeiter aber kaum gestiegen.

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