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Erzürnte Arbeiter, enttäuschte Lieferanten

Die Schliessung der Zellstoff-Fabrik Borregaard im solothurnischen Luterbach/Riedholz führt zu heftigen Reaktionen.

Die Borregaard AG Atisholz in Riedholz: Der Bioethanol- und Cellulose-Hersteller schliesst seine Produktionsstätte in der Schweiz.
Die Borregaard AG Atisholz in Riedholz: Der Bioethanol- und Cellulose-Hersteller schliesst seine Produktionsstätte in der Schweiz.
Keystone

«Es ist eine Riesenschweinerei, was da läuft», sagte Markus Baumann, Geschäftsführer der Gewerkschaft Unia für die Region Solothurn und weiter: «Man hat die Leute verschaukelt. Viele Arbeiter haben auf die Sommerferien verzichtet, um der Firma zu helfen und jetzt werden sie auf die Strasse gestellt.» Die Arbeitnehmer hätten schockiert auf die Ankündigung reagiert.

Die Unia werde jetzt bis zum Ende des Konsultationsverfahrens am 24. Oktober versuchen, potenzielle Käufer für die Zellstoff-Fabrik zu finden. Borregaard habe allerdings bisher für ein solches Unterfangen kaum Unterstützung signalisiert.

Urs Amstutz, Direktor des Verbands Waldwirtschaft Schweiz, sprach von einem schwarzen Tag für die Schweizer Holz- und Waldwirtschaft: «Wir hatten bereits gewisse Vorahnungen, weshalb wir heute ein Treffen einberufen hatten. Jetzt müssen wir den runden Tisch verschieben.» Er habe die Hoffnung verloren, dass die Arbeitsplätze im Kanton Solothurn doch noch gerettet werden könnten, sagte Amstutz. Die Chance, in der Schweiz konkurrenzfähig Zellulose herzustellen, sei wohl zu klein, um Investoren zu finden.

Mit Borregaard schliesse einer der grössten holzverarbeitenden Betriebe der Schweiz seine Tore. Pro Jahr würden rund 150'000 bis 300'000 Kubikmeter Fichten-, Tannen- und Buchenholz sowie bis zu 500'000 Kubikmeter Sägereirestholz an das Werk in Riedholz geliefert. Das sei rund 15 Prozent der jährlichen Holzernte.

dpa/se

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