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«Es ist ein Tag der Erleichterung»

Die Nationalbank hat die UBS-Rettung mit 5,4 Milliarden Dollar Gewinn abgeschlossen. Das Bankensystem sei aber noch nicht dort, wo es sein solle, sagt SNB-Präsident Thomas Jordan.

Zieht Bilanz zur UBS-Rettung: Nationalbank-Präsident Thomas Jordan.

Der Gewinn von 5,4 Milliarden Dollar für die Schweizerische Nationalbank (SNB) aus der Rettung der UBS sollte nach Ansicht von SNB-Präsident Jordan nicht zu weiteren Bankenrettungen verleiten: «Liquiditätshilfen der Nationalbank müssen immer die absolute Ausnahme bleiben.»

«Und damit das in Zukunft möglichst wenig vorkommt, müssen wir die Too-big-to-fail-Gesetzgebung ganz konsequent durchsetzen. Wir müssen schauen, dass wir möglichst ohne Eingriffe der Nationalbank ein stabiles Finanzsystem haben», sagte Jordan vor den Medien in Zürich, wo er eine Bilanz der geglückten UBS-Rettung zog.

Überprüfung im 2015

«Wir machten diese Übung, weil sie absolut notwendig war, nicht weil wir das gerne gemacht haben», sagte Jordan. Priorität müsse jetzt haben, dass die Banken die Vorschriften aus dem Too-big-to-fail-Gesetz möglichst schnell umsetzten, die eigentlich erst ab 2019 gelten würden. «Heute ist ein Tag der Erleichterung», ergänzte Joran im Interview (siehe Video). Das Bankensystem sei aber noch nicht dort, wo es sein solle, sagte Jordan weiter.

Die Banken hätten aber schon grosse Fortschritte gemacht, erläuterte Jordan vor den Medien Die beiden Grossbanken hätten ihr Eigenkapital im letzten Jahr deutlich erhöht, sagte Jordan. 2015 werde es dann aber bekanntlich eine Überprüfung der Situation geben bzw. eine Prüfung, ob die Ziele der TBTF-Gesetzgebung erfüllt seien. «Dann werden wir ein Auge darauf werfen, wo wir stehen», sagte Jordan.

Mehr hartes Eigenkapital nötig

Die Frage, ob er die jüngsten Forderungen von Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf zu einer deutlichen Erhöhung der ungewichteten Eigenkapitalquote (sog. Leverage Ratio) unterstütze, wollte Jordan nicht direkt beantworten. Die SNB habe aber in ihrem letzten Stabilitätsbericht erneut unterstrichen, dass die hiesigen Grossbanken im internationalen Vergleich noch hinterherhinkten, sagte er.

Zudem müssten die Banken bezüglich der Berechnung der risikogewichteten Aktiven mehr Transparenz schaffen. Damit solle die Vergleichbarkeit zwischen den Banken erhöht werden.

UBS nicht geschont

Die Frage, ob die UBS durch die ganze Rettungsaktion geschont wurde, verneinte Jordan klar: «Das primäre Ziel war die Stabilisierung des Schweizer Finanzsystems. Das war nur möglich, wenn die UBS nicht unterging und stabilisiert werden konnte.»

Die UBS habe auch eine Einmaleinlage in den Stabilisierungsfonds machen müssen und dabei Verluste erlitten. «Das war eine kostspielige Angelegenheit für die UBS», sagte Jordan. Insgesamt seien der Grossbank Kosten von etwa 4 Milliarden Fr. entstanden.

SDA/mw

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