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«Es ist nicht klug, im Job Schwäche zu zeigen»

Der Ex-Banker Rudolf Wötzel rechnet mit seiner Branche ab. Und erzählt, wie er vom hoch bezahlten Übernahmespezialisten zum zufriedenen Wirt der Bündner Berghütte Gemsli wurde.

Für Ex-Banker Rudolf Wötzel ist seine Berghütte nicht Hobby, sondern betriebswirtschaftliches Investment.
Für Ex-Banker Rudolf Wötzel ist seine Berghütte nicht Hobby, sondern betriebswirtschaftliches Investment.
Beat Marti

Er hatte alles, was einen erfolgreichen Karrieremenschen auszeichnet: MBA der renommierten Business-Schule Insead in Paris, prestigeträchtige Jobs als Spezialist für Fusionen und Übernahmen bei UBS, Deutscher Bank und Lehman Brothers in Zürich – und jede Menge Geld. Der Deutsche Rudolf Wötzel (47) war involviert in die Verhandlungen zur Übernahme der Swiss durch Lufthansa. Doch 2006 machten sich gesundheitliche Probleme bemerkbar, dann kam die Sinnkrise. Im Herbst kündigte er seinen hoch dotierten Job bei Lehman Brothers und wollte während einer Auszeit die Alpen von Salzburg nach Nizza überqueren. Am 22. Mai 2007 marschierte er los. Als er fünf Monate später in Nizza am Strand stand, wusste er, dass er niemals mehr in seinen Beruf zurückkehren wollte. Er schrieb das Buch «Über die Berge zu mir selbst» (Integral-Verlag, München 2009). Es wurde zu einem Bestseller. Heute lebt Wötzel in Klosters und betreibt im Sommer die Berghütte Gemsli in Schlappin. Daneben hält er Vorträge über seine Erfahrungen; bald will er ein Beratungsunternehmen gründen. Derzeit schreibt er ein zweites Buch. Während des Interviews mit dem TA meldete sich eine Innerschweizer Kantonalbank. Sein Rat ist gefragt.

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