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EU bereitet Strafzölle für bestimmte US-Produkte vor

Auf Donald Trumps Ankündigung von Strafzöllen auf Stahlimporte folgt die Gegenreaktion der EU. Auch der IWF übt Kritik.

Wenn die Staats- und Regierungschefs von Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien, Japan und Kanada am Freitag in einem Luxushotel im kanadischen La Malbaie (Bild) mit Trump zusammenkommen...
Wenn die Staats- und Regierungschefs von Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien, Japan und Kanada am Freitag in einem Luxushotel im kanadischen La Malbaie (Bild) mit Trump zusammenkommen...
Alice Chiche, AFP
...türmt sich vor ihnen ein Scherbenhaufen auf, der die Gemeinsamkeiten dahinter kaum noch erkennen lässt. In La Malbaie werden Sicherheitskameras installiert.
...türmt sich vor ihnen ein Scherbenhaufen auf, der die Gemeinsamkeiten dahinter kaum noch erkennen lässt. In La Malbaie werden Sicherheitskameras installiert.
Alice Chiche, AFP
Laut Jean-Claude Juncker lässt sich die EU Trumps Vorgehen nicht bieten. (1. März 2018)
Laut Jean-Claude Juncker lässt sich die EU Trumps Vorgehen nicht bieten. (1. März 2018)
Vassil Donev/EPA, Keystone
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Nach der Ankündigung hoher Strafzölle durch US-Präsident Donald Trump bereitet die EU ihrerseits Strafzölle auf bestimmte US-Produkte vor.

Darunter seien etwa Bourbon-Whiskey, Harley-Davidson-Motorräder und Levi's-Jeans, sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nach Angaben einer Sprecherin am Freitag in Hamburg. Die EU werde nicht tatenlos zusehen, wenn Unternehmen und Arbeitsplätze in Europa bedroht seien.

Kritik des IWF

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat sich der weltweiten Kritik angeschlossen. Diese Zölle würden «wahrscheinlich Schaden nicht nur ausserhalb der USA, sondern auch der US-Wirtschaft selbst» zufügen, erklärte IWF-Sprecher Gerry Rice am Freitag in Washington.

Der IWF sei besorgt, dass nun auch andere Länder ebenso wie die USA Gründe der nationalen Sicherheit anführen könnten, um weitreichende Handelsbeschränkungen zu verhängen.

Mit Suppendose für Handelskrieg gerüstet

US-Handelsminister Wilbur Ross hat eine Vorführung mit Getränke- und Suppendosen veranstaltet, um sich über die Kritik an den angekündigten US-Strafzöllen zu mokieren. Während eines Interviews im US-Fernsehsender CNBC hielt Ross am Freitag eine Cola-, eine Bier- sowie eine Suppendose hoch und rechnete vor, dass diese Produkte infolge der Metallzölle nur unwesentlich teurer würden.

Die Campbell-Suppe, die er gerade in einem Laden für 1,99 Dollar gekauft habe, enthalte Stahl im Wert von 2,6 Cents, sagte der Minister. Bei einem 25-Prozent-Zoll auf Stahl, wie ihn Präsident Donald Trump am Vortag angekündigt hatte, würde die Suppe um gerade einmal etwa sechs Zehntel eines Cents teurer werden. Dies sei kein Preisanstieg, der irgendjemanden stören könnte, witzelte Ross.

Bei der Kritik, die Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte würden die Preise für die US-Verbraucher deutlich erhöhen, handele es sich um «Hysterie» und «viel Lärm um nichts», sagte der Minister.

Allerdings bezieht sich die Kritik, dass die Strafzölle die Verbraucherpreise in den USA in die Höhe treiben würden, nicht nur auf Getränke- und Suppendosen, sondern auch auf Produkte mit ungleich höheren Preisen. So verarbeiten beispielsweise auch die US-Automobilunternehmen ausländischen Stahl - 25 Prozent machen bei Autos einen deutlich grösseren Unterschied als den Bruchteil eines Cents.

(AFP)

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