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Experimentieren soll erlaubt sein

Der Schritt der Post hin zu Sonntagszustellungen ist eine logische Reaktion auf veränderte Bedürfnisse.

Mit dem Onlinehandel hat die Ungeduld der Kunden bei den Lieferfristen zugenommen. Das ist eine Tat­sache. Wer heute bestellt, will nicht Tage warten, bis geliefert wird. Zudem ärgern sich Onlinekunden, wenn sie sich auf die Poststelle bemühen müssen, weil der Pöstler das Paket ausgerechnet dann zustellen wollte, wenn in vielen Haushalten niemand da ist. Auf diese sich ändernden Bedürfnisse reagiert die Post. Heute können die Kunden per Mausklick die Pakete an eine andere Adresse liefern lassen, die Sendung am Abend oder am Samstag in Empfang nehmen respektive aus einem Paketautomaten fischen.

Der Aktivismus, den die Post im Paketgeschäft an den Tag legt, ist nachvollziehbar. Denn der Bereich wurde im Zuge der Liberalisierung schon früh dem Wettbewerb ausgesetzt. Und so ist es letztlich politischer Wille – und Hoffnung –, dass die Post im Paketgeschäft möglichst gewinnbringend arbeite. Dass die Post auch am Sonntag die Sendungen zustellen will, folgt derselben Logik. Mit Coop und Nespresso hat der Staatsbetrieb zwei Interessenten gefunden, die bei diesem Versuch mitmachen. Dass für die Sonntagszustellung Taxis zum Einsatz kommen, kritisieren Gewerkschafter.

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