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Ex-UBS-Banker in Handschellen vor dem Richter

Ein früherer Mitarbeiter des Bankkonzerns, der heute bei der Credit Suisse tätig ist, wurde gestern im Bundesstaat Florida der Beihilfe zur Steuerhinterziehung angeklagt.

In Verruf geraten: Das UBS-Logo an der Niederlassung der Bank in der Park Avenue in New York.
In Verruf geraten: Das UBS-Logo an der Niederlassung der Bank in der Park Avenue in New York.
Keystone

Der heutige Credit-Suisse-Angestellte soll reichen Amerikanern geholfen haben, den Fiskus zu umgehen und die USA um Einnahmen betrogen haben. Er war am 26. Januar in New York bei der Einreise in die USA verhaftet worden. Er wurde später nach Fort Lauderdale (Florida) überstellt, wo er am Dienstag in Handschellen und Gefangenenkleidung erstmals vor dem Richter erschien.

Schwere Vorwürfe der Staatsanwaltschaft

Der 45-Jährige soll laut Anklage zwischen 1999 und 2005 für die Schweizer Grossbank UBS 150 amerikanische Kunden betreut und dabei Vermögen in Höhe von 400 bis 500 Millionen Dollar angenommen haben. Er und andere Banker bei der UBS hätten reiche Amerikaner zur Steuerflucht ermuntert, indem sie ihnen «undeklarierte Schweizer Konten und den Schutz des Schweizer Bankgeheimnisses» angeboten hätten, heisst es in der Anklage weiter.

Der Angeklagte ist laut der Webseite der Credit Suisse Chef einer Private-Banking-Abteilung, die sich um vermögende Kunden kümmert. Der detaillierte Eintrag zu seiner Person wurde unterdessen gelöscht.

Eine Anhörung noch am Mittwoch

Die Anwälte des Bankers plädierten auf Einstellung des Verfahrens und die Freilassung ihres Mandaten, da die Anklage die Fristen nicht eingehalten habe. Ein Bundesrichter ordnete für den heutigen Mittwochmorgen eine weitere Anhörung in dem Fall an.

Die Anklage stützt sich zum grossen Teil auf Aussagen eines anderen Ex-UBS-Bankers, der in Miami vor Gericht steht. Auch ihm wird vorgeworfen, Amerikaner bei der Steuerflucht geholfen zu haben. Sein Urteil soll am 10. März verkündet werden. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis.

Credit-Suisse-Banker unter Anklage

Nachdem die US-Behörden die UBS wegen Beihilfe zu Steuerflucht in die Mangel genommen hatten, geraten auch andere Banken ins Visier der Steuerfahnder. Vor einer Woche war bekannt geworden, dass drei ehemalige Mitarbeiter und ein Angestellter der Credit Suisse im östlichen Distrikt des US-Bundesstaates Virginia angeklagt werden. Sie sollen zusammen mit anderen Bankern ebenfalls Kunden geholfen haben, Steuern zu hinterziehen.

SDA/raa

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