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«Fabulous Fab» wegen Milliardenbetrug verurteilt

Er war bei Goldman Sachs der Jungstar. Nun befand ein Gericht in New York den Ex-Investmentbanker Fabrice Tourre des Betrugs für schuldig. Ihm drohen ein Berufsverbot und eine hohe Geldstrafe.

In sechs von sieben Anklagepunkten schuldig: Fabrice Tourre verlässt das Gericht in New York. (1. August 2013)
In sechs von sieben Anklagepunkten schuldig: Fabrice Tourre verlässt das Gericht in New York. (1. August 2013)
Reuters

Der wegen Milliardenverlusten mit einem dubiosen Anlageprodukt verklagte Ex-Investmentbanker Fabrice Tourre ist des Betruges schuldig gesprochen worden. Eine Geschworenen-Jury in New York befand den 34-jährigen Franzosen am Donnerstag in sechs von sieben Anklagepunkten für schuldig.

Tourre selbst gab keinen Kommentar zu dem Urteil ab und verliess den Gerichtssaal ebenso wortlos wie sein Anwalt. Über das Strafmass muss noch entschieden werden. Der ehemalige Goldman-Sachs-Händler hatte auf unschuldig plädiert, nun droht ihm neben einer drastischen Geldstrafe auch ein Berufsverbot.

Wichtiger Sieg für US-Behörden

Für die US-Regierung und die Börsenaufsicht SEC ist das Urteil ein wichtiger Sieg, gilt Tourres Fall doch als Symbol für die Exzesse der Wallstreet vor der Finanzkrise. Tourre war ein Jungstar der Finanzbranche, sein Spitzname lautete «Fabulous Fab» (fabelhafter Fab). Der damals 28-jährige Franzose schuf Anfang 2007 das Investmentpapier Abacus 2007-AC1, das auf einem Bündel fauler US-Immobilienkredite basierte.

Sogenannte forderungsbesicherte Wertpapiere (CDOs) wie das Abacus-Produkt werden für den Beginn der Finanzkrise verantwortlich gemacht. Als in den USA überschuldete Hausbesitzer reihenweise ihre Kredite nicht mehr bedienen konnten, verloren die weltweit gehandelten CDOs massiv an Wert.

Über eine Milliarde Dollar verloren

Der Vorwurf an Tourre und seinen früheren Arbeitgeber Goldman Sachs lautet, das zweifelhafte Finanzprodukt in dem Moment aufgelegt zu haben, als der Immobilienmarkt in den USA abzustürzen begann. Dabei sollen sie den Anlegern verschwiegen haben, dass der Investmentfonds des Milliardärs John Paulson an der Schaffung des Produktes beteiligt gewesen sei und gleichzeitig auf den Wertverfall der Papiere gewettet habe.

Durch Abacus 2007-AC1 gingen Anlegern laut SEC mehr als eine Milliarde Dollar verloren. Zu den Geschädigten gehörte auch die deutsche Mittelstandsbank IKB, die in der Finanzkrise vor dem Zusammenbruch stand und mit Steuergeldern gerettet werden musste.

Goldman Sachs einigte sich im Juli 2010 mit der US-Börsenaufsicht auf eine Strafzahlung in Höhe von 550 Millionen Dollar. Die Zivilklage gegen Tourre, der eine Verantwortung zurückweist, lief weiter.

Beispiel für Verantwortungslosigkeit

Als der Fall im April 2010 öffentlich wurde, prangerten US-Medien Tourre als Beispiel für Verantwortungslosigkeit und Arroganz der Finanzbranche an.

Medien veröffentlichten private E-Mails, in denen der Franzose schrieb, dass er mit seinen Produkten kleine «Frankensteins» und «Monster» erschaffe. Ausserdem machte er sich über «die armen, kleinen Schuldner» hinter den faulen Immobilienkrediten lustig.

SDA/chk

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