Riesenverlust bei Axpo
Der Stromkonzern Axpo schreibt tiefrote Zahlen. Der Eurokurs macht dem Konzern zu schaffen.

Die Aufwertung des Frankens und die weiterhin rekordtiefen Strompreise haben Axpo das Geschäftsjahr 2014/2015 verhagelt. Der Energiekonzern schreibt erneut tiefrote Zahlen. Besserung durch steigende Strompreise ist vorläufig nicht in Sicht.
Das Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/2016 war für den Energiekonzern Axpo ein Jahr zum Vergessen. Die Aufhebung der Euro-Mindestkurses führte dazu, dass Lieferverträge und ausländische Kraftwerke plötzlich in den Büchern deutlich weniger wert waren. Der Frankenschock drückte zudem auch auf die Preise des im Inland produzierten Stroms. Im Juli wurde dann bekannt, dass das Atomkraftwerk Beznau 1 wegen eines Materialfehlers für längere Zeit ausfällt.
Das Ergebnis des Geschäftsjahrs 2014/2015 fällt entsprechend aus. Axpo hat erneut einen Verlust geschrieben. Mit 990 Millionen Fr. fällt er sogar höher als im Vorjahr aus (2013/14: -838 Millionen Fr.) Grund dafür sind vor allem die bereits Mitte September angekündigten Wertberichtigungen und Rückstellungen im Umfang von 1,3 Milliarden Franken.
Besitzerkantone gehen auch diesmal leer aus
Zwei Drittel davon sei auf den «Jordaneffekt» - die Aufwertung des Frankens - zurückzuführen, sagte Axpo-Chef Andrew Walo an der Bilanzmedienkonferenz am Freitag in Zürich. Der Ausfall von Beznau habe Rückstellungen und Aufwendungen im Umfang von 200 Millionen Fr. nötig gemacht. Entsprechend dem hohen Verlust schlägt der Verwaltungsrat wie schon im Vorjahr vor, auf die Ausschüttung einer Dividende zu verzichten. Die acht an Axpo beteiligten Kantone werden also wohl auch diesmal leer ausgehen.
Mit dem rein geschäftlichen Verlauf zeigte sich Walo jedoch zufrieden. «Axpo hat in einem sehr schwierigen Marktumfeld ein sehr gutes operatives Ergebnis erreicht», sagte er. So hat Axpo im vergangen Jahr den Strom- und Gasabsatz von 79,4 TWh auf 100,6 TWh steigern können. Weil die Energiepreise weiter gesunken sind, reduzierte sich jedoch der Umsatz von 6,7 Milliarden Fr. auf 5,9 Mrd Franken. Das Betriebsergebnis (Ebit) fiel mit 575 Millionen Fr. entsprechend tiefer aus (2013/14: 675 Millionen Fr.).
Als Erfolg bezeichnete Walo, dass Axpo die Ziele des Sparprogramms im vergangenen Geschäftsjahr deutlich übertroffen hat. So hat der Energiekonzern die jährlichen Kosten nicht wie geplant um 50 Millionen Fr. gesenkt, sondern um 91 Millionen Franken. Gespart hat Axpo beim Personal - es wurden 193 Vollzeitstellen abgebaut - aber auch bei der IT, den Liegenschaften und beim Unterhalt der Anlagen. Im Geschäftsjahr 2016/17 sollen dann die Einsparungen insgesamt 200 Millionen Fr. betragen.
Weniger Kraftwerke, mehr Dienstleistungen
Beim Ausblick zeigte sich der Axpo-Chef wenig zuversichtlich. Auch im kommenden Jahr sei mit tiefen, ja sogar sehr tiefen Strompreisen zu rechnen, sagte er. Selbst ein weiterer Preisrückgang sei möglich. Der Energiekonzern will darum weiter sein Geschäft umbauen. Konkret will Axpo Kraftwerke verkaufen und weiter in Geschäftsfelder investieren, die weniger dem Strompreis-Risiko ausgesetzt sind.
So will Axpo noch stärker in das so genannte Origination-Geschäft einsteigen. Als Origination-Dienstleister erarbeitet Axpo für Produzenten oder Abnehmer Lösungen zur Vermarktung, Beschaffung oder Absicherung von Strom oder Gas. Geplant ist ein weiterer Ausbau des Origination-Geschäfts in Europa und der Markteintritt in den USA.
Endkundengeschäft ausgebaut
Um neue Ertragsquellen zu erschliessen, hat Axpo im vergangenen Jahr aber auch das Endkundengeschäft ausgebaut. Dazu zählt der Einstieg beim portugiesischen Energieversorger Goldenergy. Auch in Italien hat der Energiekonzern den Energieabsatz deutlich gesteigert.
Ebenfalls forciert Axpo die Geschäftstätigkeit mit den neuen erneuerbaren Energien. Im vergangenen Jahr hat Axpo den Winparkentwickler Volkswind GmbH gekauft. Der Offshore-Windpark Global Tech I vor der Nordseeküste, an dem Axpo knapp einen Viertel hält, hat den Betrieb aufgenommen.
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