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Fastweb belastet Swisscom nicht mehr

Obwohl die Swisscom im ersten Quartal weniger Umsatz erzielte, stieg der Reingewinn auf 474 Millionen Franken. Der Gewinnsprung gelang, weil die Belastung durch Fastweb vor einem Jahr noch viel grösser war.

Die italienische Tochter Fastweb bleibt ein Hemmschuh für die Swisscom. Der holprige Geschäftsgang bei der Mailänder Firma hat den Jahresauftakt des Schweizer Telekomriesen getrübt. Der Gewinnsprung gelang nur, weil die Belastung durch Fastweb vor einem Jahr noch viel grösser war.

Damals hatte die Swisscom wegen der Mehrwertsteuer-Betrugsaffäre bei Fastweb 70 Millionen Euro (102 Millionen Franken) zurückstellen müssen, was den Swisscom-Gewinn im Startquartal 2010 um ein Fünftel nach unten gerissen hatte. Nun fällt diese Sonderbelastung weg, und die Zahlen sehen ganz anders aus.

Der Reingewinn habe sich im ersten Quartal 2011 um gut ein Viertel auf 474 Millionen Franken verbessert, teilt der grösste Schweizer Telekomkonzern mit. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) legte um 6,4 Prozent auf 1,126 Milliarden Franken zu.

Fastweb-Geschäft harzt

Der Konzernumsatz schrumpfte indes um 3,1 Prozent auf 2,862 Milliarden Franken. Schuld sei das Privatkundengeschäft von Fastweb, erklärte Swisscom-Chef Carsten Schloter in einer Telefonkonferenz. Dort habe man den Verkauf von TV-Geräten und PCs eingestellt, nachdem viele Kunden ihre Rechnungen nicht bezahlt hätten. Zudem nehme Fastweb nicht mehr jeden Kunden. Überdies habe der Preiskampf in Italien am Ergebnis genagt.

Der Fastweb-Umsatz sank im ersten Quartal trotz mehr Kunden um 5,8 Prozent auf 435 Millionen Euro. Wegen des schwachen Euro schlug sich das Fastweb-Ergebnis in den Büchern der Swisscom noch stärker nieder. In Franken gerechnet schrumpfte der Fastweb-Umsatz um gut 16 Prozent.

Der Fastweb-Gewinn vor Abschreibungen verdoppelte sich zwar beinahe auf 107 Millionen Euro. Ohne die Rückstellung von 70 Millionen Franken vor einem Jahr wäre das Ergebnis allerdings um knapp 16 Prozent gefallen. Hoffnung setzt Schloter in das neue Bündelangebot für TV und Breitband, das Fastweb zusammen mit Sky Italia unlängst auf den Markt gebracht hat.

Damit könne man neue Kunden zu geringeren Kosten gewinnen. Das Angebot beginne zu greifen, sagte Schloter. Heuer dürfte der Mailänder Breitbandanbieter die Wende allerdings noch nicht schaffen. Bis all die Massnahmen zu mehr Gewinn führten, dürfte es Ende Jahr werden.

Schweizer Geschäft solide

Im Schweizer Geschäft hielt sich der Branchenprimus solide. Ohne Fastweb wäre der Umsatz um 0,8 Prozent auf 2,3 Milliarden Franken gestiegen. Die Preiserosion im Kerngeschäft habe zwei Seiten, erklärte Schloter. Einerseits drücke sie aufs Ergebnis. Andererseits treibe sie die Volumen in die Höhe, da die Angebote für neue Kunden erschwinglicher würden. Beides gleiche sich beinahe aus.

Dank des Booms der Alleskönnerhandys surfen immer mehr Leute unterwegs. Dies liess den Umsatz mit mobilen Datendiensten um fast ein Viertel auf 112 Millionen Franken hochschnellen.

Auch das TV-Angebot lockte in den letzten zwölf Monaten 194'000 neue Kunden an. Insgesamt schauen nun 469'000 mit der Swisscom fern. Die Grenze von einer halben Million dürfte in Kürze überschritten werden, sagte Schloter. Dagegen verlor die Swisscom erneut Festnetzkunden an die Konkurrenz.

Insgesamt hat die Swisscom die Erwartungen der Finanzgemeinde nicht ganz erfüllt. Analysten nannten das Ergebnis solide im Heimmarkt und schwach in Italien.

An den Zielen für das laufende Geschäftsjahr hält die Swisscom fest: Für 2011 erwartet der Telekomkonzern einen Nettoumsatz von mindestens 11,8 Milliarden Franken und einen Ebitda von über 4,6 Milliarden Franken.

SDA/mrs

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