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Fastweb bleibt das Sorgenkind der Swisscom

Das italienische Engagement bei Fastweb lastet weiter auf der Swisscom. Der Umsatz des Schweizer Telekomriesen ist rückläufig. Eine satte Dividende wird dennoch ausbezahlt.

Der Preisdruck in der Schweiz setzt Swisscom zu. Er liess sich in den ersten neun Monaten 2011 nicht mehr mit dem Kunden- und Volumenwachstum ausgleichen. Zudem lastet das italienische Engagement bei Fastweb weiter auf dem Konzern.

Der Umsatz sank verglichen mit der Vorjahresperiode um 4,9 Prozent auf 8,54 Milliarden Franken, wie Swisscom schreibt. Um die Sondereffekte Währungen und Fastweb bereinigt, resultierte immer noch ein Minus von 2,6 Prozent. Der Umsatz von Fastweb reduzierte sich um 7,8 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro.

Milliarden-Gewinn

Das Betriebsergebnis vor Steuern und Abschreibungen (Ebitda) des Konzerns erreichte 3,52 Milliarden Franken, 0,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Unter dem Strich blieben dem Schweizer Telekomriesen von Januar bis September 1,53 Milliarden Franken Reingewinn. Das sind zwar 8,4 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode.

Die Steigerung kam aber nur zustande, weil 2010 Rückstellungen wegen des Mehrwertsteuerbetrugs bei Fastweb vorgenommen werden mussten. Zudem fiel im dritten Quartal 2011 bei Fastweb ein einmaliger Ertrag von 56 Millionen Euro aus einem Rechtsstreit an.

Preiszerfall kostet 438 Millionen

Im Schweizer Geschäft kostete die Preiserosion Swisscom 438 Millionen Franken. Wie Konzernchef Carsten Schloter in einer Telefonkonferenz sagte, kam damit in neun Monaten bereits eine Summe zusammen, wie vorher in ganzen Jahren. Das Kunden- und Volumenwachstum von 343 Millionen Franken konnte diese Scharte nicht auswetzen.

Bei der Mobiltelefonie steigerte Swisscom die Zahl der Kunden bis Ende September um 3,8 Prozent auf fast 6 Millionen. Fast eine Million Mobiltelefone gingen über den Ladentisch. Das waren 3,7 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode.

Da drei Fünftel der verkauften Handys Smartphones waren, musste Swisscom für die Gerätesubventionen mehr ausgeben. Dafür verdoppelte sich der mobile Datenverkehr innert Jahresfrist. Der Durchschnittspreis pro Megabyte sank hingegen um 40 Prozent.

So hielt der Umsatz bei der Datenübertragung nicht mit der Menge Schritt. Er stieg um 12,5 Prozent auf 364 Millionen Franken. Der Durchschnittsumsatz pro Mobilfunk-Kunde sank um 4 Prozent auf 48 Franken im Monat.

Swisscom-TV legt zu

Ende September verfügten 563'000 Kunden über einen Festnetzanschluss für Telefon, Internet und Fernsehen. Bei Swisscom- TV stieg die Kundenzahl innert Jahresfrist um 55 Prozent auf 556'000. Im dritten Quartal stiessen 44'000 Neukunden hinzu.

Die Zahl der Breitbandanschlüsse mit Endkunden erhöhte Swisscom innert Jahresfrist um 5,3 Prozent auf 1,64 Millionen. Die entbündelten Festnetzanschlüsse wuchsen in der Zeit um 59'000 auf 297'000.

Kartellbedenken ausgeräumt

Wie die Swisscom weiter bekanntgab, können sie und die Industriellen Werke Basel (IWB) den Bau eines Glasfasernetzes in Basel weiter vorantreiben. Die Unternehmen strichen nach Einwänden der Wettbewerbskommission (Weko) umstrittene Klauseln aus dem Kooperationsvertrag.

Laut Schloter lässt sich die Basler Lösung aber nicht auf andere Glasfasernetze übertragen. Zu unterschiedlich seien die Voraussetzungen bei den verschiedenen Stadtwerken.

Ausblick und Dividende bestätigt

Die Investitionen des Konzerns stiegen in den ersten neun Monaten um 14,8 Prozent auf 1,47 Milliarden Franken, vor allem für die neuen Netze in der Schweiz. Die Zahl der Vollzeitstellen nahm innert Jahresfrist wegen des verstärkten Kundendienstes, dem Netzausbau und Firmenkäufen um 521 auf 20'032 zu.

Wie Swisscom weiter mitteilte, verlässt Strategiechef Daniel Ritz Ende Januar 2012 nach fünf Jahren das Unternehmen. Er geht ins Ausland. Seine Funktionen übernimmt vorläufig das bisherige Management.

Solides Ergebnis

Den nach dem ersten Semester reduzierten Ausblick für das Gesamtjahr bestätigte der Konzern. Demnach rechnet er mit einem Umsatz von 11,5 Milliarden und einem Ebitda von 4,6 Milliarden Franken. Für 2011 wird weiterhin eine Dividende von mindestens 21 Franken pro Aktie erwartet.

Analysten sprachen von einem soliden Ergebnis. An der Börse startete die Aktie etwas höher in den Handel und verlor bis gegen 11 Uhr 0,4 Prozent.

(SDA)

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