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Finma will Dark Pools durchleuchten

Zwei der drei grössten Dark Pools in den USA werden von Schweizer Banken betrieben. Sie begünstigen Hochfrequenzhandel, den es auszurotten gelte, sagt ein Staatsanwalt. Nun wird auch die Finma aktiv.

Bietet gegenwärtig den grössten Dark Pool: Die Credit Suisse.
Bietet gegenwärtig den grössten Dark Pool: Die Credit Suisse.
Keystone

Schattenhandelsplätze (Dark Pools) sollen in der Schweiz besser überwacht werden. Wie die Zeitung «Schweiz am Sonntag» schreibt, will der Vorentwurf für das Bundesgesetz über die Finanzmarktinfrastruktur (FinfraG), der sich derzeit in der Vernehmlassung befindet, die anonymen Handelsplätze neu einer Regulierung unterwerfen. Künftig sollen diese einer Bewilligungspflicht und damit der Aufsicht durch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) unterstellt werden.

Dark Pools sind anonyme Handelsräume, in denen Grossinvestoren abseits der Börsenplätze Hunderte von Millionen Aktien kaufen und verkaufen. Sie kommen international zunehmend ins Visier von Staatsanwälten und Aufsichtsbehörden. Der Hauptvorwurf: Grosse Investmentbanken sollen in ihren Dark Pools sogenannten Hochfrequenz-Händlern Vorteile gegenüber anderen Investoren gewährt haben.

Barclays Bank: Die Kunden belogen

Mit Insider-Wissen über bevorstehende Transkationen ausgestattet, können diese Blitz-Händler Gewinne auf Kosten von anderen Anlegern erzielen. Vergangene Woche hat der Generalstaatsanwalt von New York, Eric Schneiderman, eine Betrugsklage gegen die britische Barclays Bank eingereicht. Sie habe ihren Kunden vorgegaukelt, dass sie sich «in sicheren Gewässern» befänden, tatsächlich sei ihr Dark Pool jedoch «voller Raubfische» gewesen.

«Ich hatte die Idee immer gemocht, dass wir transparent sind, uns aber gerne auch Freiheiten nehmen; wenn wir uns denn alle darüber einig sind.»

«Ich denke, dass Genauigkeit für unser Ziel zweitrangig ist. »

«Wenn wir uns selber helfen können, sollten wir; Wir haben es in der Hand.»

Anders als ihren Kunden versprochen, soll die Bank den Handel von Hochfrequenzhändlern nicht ausreichend eingeschränkt haben. Es ist davon auszugehen, dass der Staatsanwalt auch andere Banken ins Visier nehmen wird. Schneiderman versteht den Hochfrequenzhandel als «modernes Insider Trading», das es auszurotten gilt.

Crossfinder-Plattform der CS steht an der Spitze

Möglicherweise kommen auch die Schweizer Grossbanken in Bedrängnis. Kürzlich von der US-Regulierungsbehörde Finra veröffentlichte Zahlen haben zum ersten Mal Einblicke in das Handelsvolumen an den Schattenbörsen erlaubt.

Zwei der drei grössten Dark Pools in den USA werden von Schweizer Banken betrieben: An der Spitze steht die CS mit ihrer Crossfinder-Plattform, wo innerhalb einer Woche rund 374 Millionen US-Aktien den Besitzer wechselten. Hinter dem zweitplatzierten Dark Pool der Barclays Bank folgt die UBS, auf deren Plattform 278 Millionen Titel gehandelt wurden.

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