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Für die Deutsche Bank kommt es knüppeldick

Deutschlands grösstes Geldhaus schockiert Anleger und Experten mit einem Milliardenverlust zum Jahresschluss.

Die Grossbank schloss mehrere teure Vergleiche: Logo der Deutschen Bank in London.
Die Grossbank schloss mehrere teure Vergleiche: Logo der Deutschen Bank in London.
Luke MacGregor, Reuters

Die Deutsche Bank hat im vierten Quartal tiefrote Zahlen geschrieben. Für das ganze Jahr 2013 stand bei der Bank zwar unterm Strich ein Gewinn. Dieser blieb mit 1,1 Milliarden Euro aber weit unter den Erwartungen. Die Ursachen liegen nicht nur bei Fehlern in der Vergangenheit, sondern stammen auch aus dem schlechter verlaufenden Investmentgeschäft, das einst hohe Summen eingefahren hatte.

Auch die Aussichten sind nicht wirklich rosig. Laut Mitteilung der Bank sagte das Führungsduo Anshu Jain/Jürgen Fitschen: «Wir erwarten, dass 2014 ein Jahr mit weiteren Herausforderungen und ihrer disziplinierten Bewältigung sein wird.»

Von Oktober bis Dezember 2013 stand bei dem Institut unterm Strich ein Fehlbetrag von fast einer Milliarde Euro. Vor Steuern erwirtschaftete Deutschlands grösstes Geldhaus ein Minus von knapp 1,2 Milliarden Euro. Die Zahlen sind vorläufig.

Damit schrumpfte auch der Überschuss im Gesamtjahr 2013 auf 1,1 Milliarden Euro. Das war zwar im Vergleich zum extrem schwachen Vorjahresergebnis von 315 Millionen Euro ein kräftiger Zuwachs, allerdings verfehlte die Bank damit die Erwartungen von Analysten deutlich - unter dem Strich hatten sie für das Geldhaus einen Überschuss von 3,19 Milliarden Euro vorhergesagt.

Bündel von Ursachen

Gründe waren vor allem das schwache Geschäft mit Anleihen, Kosten für Rechtsstreitigkeiten und Belastungen aus dem Abbau von Risiken.

2013 sei das zweite Jahr in Folge gewesen, in dem die Bank in das künftige Wachstum sowie in die weitere Stärkung der Kontrollen investiert und Altlasten abgearbeitet habe, sagten Fitschen und Jain: «Diese Faktoren beeinflussten unsere Finanzergebnisse.»

Allein die zahlreichen juristischen Streitigkeiten etwa wegen windiger Hypothekengeschäfte in den USA vor der Finanzkrise sowie der Beteiligung an den Manipulationen bei wichtigen Zinssätzen kosteten die Bank im vergangenen Jahr 2,5 Milliarden Euro. Für weitere Prozesse waren zum Jahresende zusätzlich 2,3 Milliarden Euro zurückgelegt.

Auch der beschleunigte Abbau von Risiken belastete. Dabei trennt sich das Institut von zahlreichen Finanzengagements und nimmt dabei auch Verluste in Kauf. Auf die kurz vor dem Verkauf stehende Tochter BHF-Bank schrieb das Geldhaus noch einmal 200 Millionen Euro ab.

Zudem drückten die Kosten für das eingeleitete Sparprogramm und für Investitionen etwa in die Stärkung des Mittelstandsgeschäfts in Deutschland auf die Bilanz. Belastend wirkten sich diesmal auch Bilanzierungseffekte bei den eigenen Schulden aus.

Schwaches Geschäft mit Anleihen

Schwach lief in der zweiten Jahreshälfte wie bei den US-Konkurrenten das für die Deutsche Bank sehr wichtige Geschäft mit Anleihen. Viele Anleger hielten sich angesichts des erwarteten Ausstiegs der US-Notenbank aus der ultralockeren Geldpolitik zurück.

Ausserdem litten die Investmentbanken unter den Folgen des lähmenden US-Haushaltsstreits. Im Transaktionsgeschäft bekam die Deutsche Bank die niedrigen Zinsen zu spüren, während der Umbau in der Vermögensverwaltung erste Früchte trug. Ein stabiles Ergebnis erzielt

SDA/mw

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