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Gazprom-Gewinn bricht ein

Die Wirtschaftskrise und der Konflikt zwischen Russland und dem Westen setzen dem russischen Energieriesen schwer zu. Der Gewinn beträgt 2014 nur ein Siebtel des Vorjahres.

Wirtschaften auf Sparflamme: Der Hauptsitz von Gazprom in Moskau. (24. Februar 2015)
Wirtschaften auf Sparflamme: Der Hauptsitz von Gazprom in Moskau. (24. Februar 2015)
Maxim Zmeyev, Reuters

Unter dem Druck der Ukraine-Krise und wegen des warmen Wetters ist der Gewinn des russischen Energiemonopolisten Gazprom 2014 um 86 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. Der Staatskonzern habe im vergangenen Jahr nach internationaler Rechnungslegung IFRS einen Überschuss von 159 Milliarden Rubel (2,9 Milliarden Fr.) erwirtschaftet, teilte Gazprom in Moskau mit.

Die Nachfrage im Westen nach russischem Erdgas war im vergangenen Jahr vor allem wegen der milden Temperaturen gefallen. Zudem hatte Russland der Ukraine wegen unbezahlter Rechnungen monatelang kein Gas geliefert.

Der Umsatz von Gazprom legte im vergangenen Jahr um 6,5 Prozent auf 5,59 Billionen Rubel (103 Milliarden Fr.) zu. Zu dem Anstieg trug vor allem die massive Abwertung der russischen Währung bei, weil das Ausland Rechnungen in Dollar bezahlt und Gazprom deswegen mehr Rubel erhielt.

Höhere Schulden

Zugleich trieb der schwache Wechselkurs die Nettoschulden des Konzerns innerhalb eines Jahres um 48 Prozent in die Höhe. Insgesamt wuchsen die Zahlungsverpflichtungen auf 1,65 Billionen Rubel.

Auch der Ausblick für den Staatskonzern ist düster. Gazprom droht eine Milliardenstrafe in einem Kartellverfahren der EU-Kommission. Diese wirft Gazprom vor, die mittel- und osteuropäischen Gasmärkte abgeschottet und dort die Energiepreise in die Höhe getrieben zu haben.

Politisch steht Gazprom in Folge des Ukraine-Konflikts unter Druck. Von dem seit Jahren geplanten Pipeline-Projekt South Stream durch das Schwarze Meer verabschiedete sich der Konzern im Dezember wegen eines heftigen Streits mit der EU-Kommission.

Neue Pipeline geplant

Stattdessen plant Gazprom nun eine Leitung – ebenfalls durch das Schwarze Meer – in die Türkei. Die Pipeline Turkish Stream mit einer geplanten Kapazität von 63 Milliarden Kubikmetern pro Jahr soll künftig Gas zur türkisch-griechischen Grenze liefern. Von dort aus könnten bis zu 50 Milliarden Kubikmeter Gas weiter nach Südosteuropa strömen, so der russische Plan.

Ziel des Projekts ist es, die Ukraine von 2019 an als Transitland für russisches Gas zu umgehen, um Streit über Tarife wie in der Vergangenheit zu vermeiden.

Insgesamt lieferte Gazprom 2014 mit knapp 160 Milliarden Kubikmetern Gas etwa ein Drittel seines Gesamtverkaufs in europäische Länder. Europa sei der wichtigste Exportmarkt und werde dies auch bleiben, teilte das Unternehmen mit.

(SDA)

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