Geldsegen für Clariant-Aktionäre nach Spartenverkauf

Eine US-Firma zahlt dem Basler Chemikalienhersteller 1,6 Milliarden Dollar für Masterbatches-Geschäft.

Das Chemiewerk der Firma Clariant in Muttenz.(Keystone/Georgios Kefalas/Archiv)

Das Chemiewerk der Firma Clariant in Muttenz.(Keystone/Georgios Kefalas/Archiv)

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Clariant trennt sich vom Geschäft mit Additiven und Farben für Kunststoffe. Der Masterbatches genannte Bereich wird für rund 1,6 Milliarden Dollar an die US-Firma PolyOne verkauft, teilte der Konzern aus Muttenz bei Basel am Donnerstag mit.

Die Aktionäre will das Unternehmen an dem Geldsegen teilhaben lassen: An sie soll nach dem Abschluss der Transaktion, der im dritten Quartal 2020 erwartet wird, etwa eine Milliarde Franken ausgezahlt werden. «Diese Ankündigung ist ein wichtiger Meilenstein auf unserem Weg zur Fokussierung auf Geschäfte mit überdurchschnittlichem Wachstum, höherer Rentabilität und stärkerer Cash-Generierung», erklärte Clariant-Chef Hariolf Kottmann. Der Präsident leitet das Unternehmen nach dem überraschenden Abgang von Konzernchef Ernesto Occhiello bis auf weiteres auch operativ.

Clariant hatte nach dem Scheitern eines geplanten Gemeinschaftsunternehmens mit dem saudiarabischen Petrochemieunternehmen Sabic die Veräusserung der weniger wachstums- oder margenstarken Geschäftsbereiche Masterbatches und Pigmente bis Ende kommenden Jahres in Aussicht gestellt. Künftig setzt das Unternehmen auf Chemikalien für Konsumgüter wie Seifen und Shampoos, die Öl- und Gasindustrie und Katalysatoren für chemische Reaktionen, die mehr Rendite versprechen. Der Bereich Masterbatches steuerte vergangenes Jahr rund ein Sechstel zum Konzernumsatz von 6,6 Milliarden Franken bei.

Die Börse applaudierte. Mit einem Kurssprung von 2,8 Prozent setzten sich die Clariant-Aktien an die Spitze der europäischen Chemiewerte. «Ein Weihnachtsgeschenk von Clariant an die Aktionäre», erklärte Analyst Markus Mayer von Baader Helvea. (fal/reuters)

Erstellt: 19.12.2019, 10:07 Uhr

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