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Gericht annulliert Rekord-Strafzahlung im Softwarestreit

Wegen eines Plagiatvergehens sollte der deutsche Softwareriese SAP seinem US-Konkurrenten Oracle ursprünglich eine Milliardenbusse bezahlen. Nun kommt es zu einer Kehrtwende.

Niederlage vor Gericht: Oracle-Vorstandsvorsitzender Larry Ellison.
Niederlage vor Gericht: Oracle-Vorstandsvorsitzender Larry Ellison.

Die gegen den deutschen Software-Konzern SAP verhängte Milliardenstrafe wegen Diebstahls geistigen Eigentums ist gestern von einem amerikanischen Bundesgericht aufgehoben worden. Bundesrichterin Phyllis Hamilton sagte, die Strafe sei «weit überzogen» und stehe im Gegensatz zur Beweislage.

Oracle hatte die Klage beim US-Bezirksgericht im kalifornischen Oakland eingelegt. Im vergangenen November verhängte eine Jury eine Strafe von 1,3 Milliarden Dollar (910 Millionen Euro) gegen den beschuldigten Unternehmens-Softwarehersteller SAP.

SAP räumte Vergehen ein

Oracle wirft SAP vor, dass dessen mittlerweile nicht mehr existierende Tochterfirma TommorrowNow Software und Kundendaten von einer passwortgeschützten Internetseite gestohlen habe. Ein Vergehen, das SAP eingeräumt hat. SAP soll laut Oracle diese Informationen genutzt haben, um Kunden abzuwerben, indem ähnliche Leistungen zu geringeren Preisen angeboten wurden. Allerdings sei TommorowNow dabei nicht sehr erfolgreich gewesen, argumentiert SAP. Den dadurch entstandenen Schaden bezifferte SAP auf 40 Millionen Dollar.

Oracle-Vorstandsvorsitzender Larry Ellison nutzte den Prozess, um nicht nur den SAP-Konzern, sondern auch dessen damaligen Vorstandsvorsitzenden Leo Apotheker anzugreifen, der jetzt Chef von Hewlett Packard, eines weiteren Oracle-Rivalen, ist.

Oracle-Aktien fielen nach der Gerichtsentscheidung bis zum Abend um 0,8 Prozent und schlossen bei 27,84 Dollar. SAP-Aktien verloren 1,4 Prozent an Wert und schlossen bei 53,76 Dollar.

(dapd)

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