Switcher-Angestellte erhalten blauen Brief nach Konkurs

Auch zu Beginn dieses Jahres türmen sich bei der Schweizer Öko-Textilfirma hohe Verluste auf. Nach einer Anhörung hat ein Gericht in Lausanne das Konkursverfahren eingeleitet.

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Die seit Jahren schlingernde Schweizer Öko-Textilfirma Switcher ist offiziell pleite. Das Lausanner Kreisgericht hat die Firma, die in indischer Hand ist, heute in Konkurs geschickt.

Das Unternehmen, das noch rund 40 Mitarbeitende zählt, häufte auch in den ersten Monaten 2016 einen Bilanzverlust von 9 Millionen Franken an. Die Löhne und AHV-/IV-Beiträge wurden nur noch bis März gezahlt. Seit April haben die rund 40 Angestellten kein Gehalt mehr bekommen.

Läden werden geschlossen

«Es ist nicht zu übersehen, dass das Unternehmen überschuldet ist und sich im Zustand der Insolvenz befindet», sagte die Präsidentin des Kreisgerichts. Switcher hat nun zehn Tage Zeit, um gegen die gerichtliche Verfügung zu rekurrieren. Das Konkursamt wird am nächsten Montag um 9 Uhr eine Informationsveranstaltung für die Mitarbeitenden durchführen.

Eine Vertreterin des Konkursamtes gab unmittelbar nach dem Entscheid bekannt, dass die Angestellten in den nächsten Tagen den blauen Brief erhalten und die drei direkt von Switcher betriebenen Läden geschlossen würden. Die meisten Switcher-Läder sind allerdings Franchisenehmer und nicht direkt vom Konkurs betroffen.

Portugiesen könnten Rekurs einlegen

Laut den indischen Hauptaktionären hat die Firma, an der sie 86 Prozent der Aktien halten, seit 2013 mehr als 20 Millionen Franken Verlust geschrieben. Insgesamt war es angeblich noch deutlich mehr. «Wir haben in sechs Jahren 40 Millionen mit Switcher verloren», sagte ein Vertreter der Familie Duraiswamy zu «24 heures».

«24 heures» schreibt, dass sich insbesondere die portugiesischen Lieferanten von Switcher noch gegen den Konkurs stemmen könnten. Sie seien nicht überzeugt, dass die Voraussetzungen für die Einleitung eines Konkursverfahrens gegeben seien. Der Anwalt der Portugiesen sagte demnach, er wolle sich nun mit seinen Mandanten besprechen.

Erstellt: 26.05.2016, 10:30 Uhr

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