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Glencore verdient über vier Milliarden Dollar

Nach seinem Börsengang legt der Rohstoffgigant erstmals detaillierte Zahlen zu seinem Geschäftsergebnis vor. Die Fusionspläne mit Xstrata scheinen sich auszuzahlen.

Rohstoffgigant Glencore: Ein Arbeiter in einer philippinischen Kupferverarbeitungsfabrik, die dem Unternehmen gehört. (Archivbild)
Rohstoffgigant Glencore: Ein Arbeiter in einer philippinischen Kupferverarbeitungsfabrik, die dem Unternehmen gehört. (Archivbild)
Keystone

Der weltgrösste Rohstoffkonzern Glencore hat im Geschäftsjahr 2011 von den weiterhin hohen Rohstoffpreisen profitiert. Er verdiente rund 4,27 Milliarden Dollar und steigerte somit das Ergebnis vor Zuweisungen gegenüber dem Vorjahr um 4 Prozent.

Den Aktionären verbleibt unter dem Strich ein Gewinn von 4,05 Milliarden Dollar, wie Glencore mitteilt. Im Vorjahr waren es noch 1,3 Milliarden Dollar gewesen. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) betrug 5,4 Milliarden Dollar, das sind 2 Prozent mehr als 2010.

Wie bereits Anfang Februar bekannt wurde, holte der Rohstoffgigant 2011 einen Umsatz von 186,2 Milliarden Dollar herein. Glencore steigerte sich somit um 28 Prozent gegenüber den Vorjahr.

Höhere Preise und grössere Eigenproduktion

Der Weltkonzern mit Sitz in Baar ZG verdankt das Ergebnis einerseits den Rohstoffpreisen, die auch 2011 anstiegen, andererseits der erhöhten Eigenproduktion von Rohstoffen. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) im Bereich des Rohstoffabbaus stieg 2011 um 18 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar. Beim Abbau von Metallen und Mineralien steigerten die Minen von Glencore den Umsatz von 7,3 Milliarden Dollar im Jahr 2010 auf 8,7 Milliarden Dollar im Jahr 2011.

Beispielsweise in Katanga in der Demokratischen Republik Kongo baute die zu 75 Prozent Glencore gehörende Mine die Kupferproduktion um 57 Prozent auf insgesamt 91'200 Tonnen aus. Auch beim Zink und Gold verzeichneten die Glencore-Abbaubetriebe einen Zuwachs.

Im Energie-Bereich stehen die Zeichen ebenfalls auf Wachstum: So bauten die Glencore-Betriebe die Kohleproduktion 2011 um 18 Prozent auf 20,5 Millionen Tonnen aus. Beim Öl erzielte der Rohstoffkonzern einen 154 Prozent höheren Umsatz von 0,64 Milliarden Dollar. Allerdings verhinderten die Investitionen in neue Öl-Felder ein positives Betriebsergebnis beim Öl.

Baumwolle als Spielverderber

Der Rohstoffhandel, neben dem Rohstoffabbau das zweite Standbein des Konzerns, wurde durch das Minus bei den landwirtschaftlichen Produkten beeinträchtigt. Vor allem die Turbulenzen am Baumwollmarkt hätten Glencore Mühe bereitet, schreibt das Unternehmen.

Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) betrug beim Handel mit Metallen und Mineralien, Energie- und Landwirtschaftsprodukten 2011 insgesamt 1,9 Milliarden Dollar, das sind rund 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Damals hatte Glencore mit dem An- und Verkauf von Landwirtschaftsprodukten noch ein bereinigtes Betriebsergebnis von 717 Millionen Dollar erwirtschaftet.

Optimistisch in die Zukunft

Fürs nächste Jahr zeigte sich Glencore-Chef Ivan Glasenberg optimistisch. Im Jahr 2012 hätten sich die Marktbedingungen bisher weiterhin verbessert, sagte er anlässlich einer Telefonkonferenz. Die Urbanisierung in den Schwellenländern werde zudem weiterhin zu einem Anstieg der Rohstoffnachfrage pro Kopf führen.

Viel erhofft sich der Rohstoffkonzern auch von der weiter ausgebauten Rohstoffproduktion. Beispielsweise die Mine in Katanga soll 2012 mit 310'000 Tonnen über drei Mal mehr Kupfer produzieren als noch 2011. Auch von den Aseng-Ölfeldern in Äquatorial Guinea, die 2012 erstmals das ganze Jahr genutzt werden können, erwartet Glencore im kommenden Jahr einen Gewinn.

Fusion im dritten Quartal angestrebt

Kommt die Anfang Februar angekündigte Fusion mit dem zweiten Zuger Rohstoffriesen Xstrata zustande, kann Glencore die lukrative Eigenproduktion von Rohstoffen weiter ausbauen. Dies stärke auch das Handelsgeschäft, sagte Glasenberg. Der Zusammenschluss solle möglichst im dritten Quartal 2012 erreicht werden.

Die Fusion mit dem Bergbaukonzern Xstrata ermögliche es dem künftigen Konzern, die gesamte Wertschöpfungskette im Rohstoffgeschäft abzudecken, strich der Glencore-Chef hervor.

Der Rohstoffkonzern mit Sitz in Baar ZG betreibt in über 40 Ländern rund 50 Geschäftsstellen, in denen etwa 2800 Personen arbeiten. Direkt und indirekt beschäftigt das Unternehmen zudem in 15 Produktionsanlagen in 13 Ländern etwa 55'000 Angestellte. Nach dem Börsengang im vergangenen Mai muss Glencore zum ersten Mal detaillierte Zahlen zu seinem Geschäftsergebnis vorlegen.

SDA/kle

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