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Google schreckt die Reisebranche auf

Der Internet-Riese will eine Firma kaufen, die führend ist bei der Auswertung von Flugreise-Informationen. Die Online-Reisebüros haben Alarm geschlagen. Die US-Behörden haben reagiert.

Willkommen bei Google: Im Hongkonger Büro des Internet-Riesen.
Willkommen bei Google: Im Hongkonger Büro des Internet-Riesen.
Keystone

Googles geplanter Vorstoss ins Onlinegeschäft mit Flugtickets kommt unter verschärfte Prüfung der US-Wettbewerbshüter. Das Justizministerium habe zusätzliche Informationen zum Kauf des Software-Spezialisten ITA angefordert, teilte Google am Freitagabend in einem Blog-Eintrag mit.

Der Internet-Riese setzte unterdessen seine Shoppingtour mit dem Kauf eines Start-Ups fort, das im boomenden Geschäft der Onlinenetzwerke aktiv ist. ITA Software aus Boston wertet Flugreise- Informationen aus und stellt die Daten zum Beispiel Reisewebsites wie Expedia zur Verfügung.

Der Suchmaschinen-Primus will die US-Firma für 700 Millionen Dollar kaufen. Google verspricht, mit der Übernahme die Suche nach Flugtickets im Internet deutlich verbessern zu wollen. Die Übernahme dürfte dem Internetriesen - zumindest im US-Markt - eine Schlüsselposition bei der Flugsuche bescheren. Deshalb war eine erhöhte Aufmerksamkeit der Behörden bereits bei Ankündigung der Übernahme Anfang Juli erwartet worden.

ITA ist vor allem in den USA aktiv

Bei Onlinereisebüros sollen Googles Pläne grosse Sorgen ausgelöst haben. US-Medienberichten zufolge hatten mehrere Reiseanbieter versucht, ITA Google wegzuschnappen. Die von wenigen Aktionären kontrollierte Firma habe sie aber abblitzen lassen.

ITA Software ist vor allem in den USA aktiv. Das Geschäftsvolumen in Europa ist laut Google so gering, dass die Übernahme nicht bei den hiesigen Wettbewerbshütern angemeldet werden müsse.

Einkaufstour von Google

In den vergangenen Wochen war Google zudem auf Einkaufstour im Bereich der Onlinenetzwerke. Der jüngste Zukauf ist die Firma Angstro, ein Anbieter von Apps zum Austausch von Daten zwischen unterschiedlichen Plattformen wie Facebook, Twitter oder LinkedIn. Ein Preis wurde am Freitag nicht genannt.

Google ist die unangefochtene Nummer eins bei Internetsuche und Onlinewerbung, hat im sogenannten sozialen Netz aber weniger Gewicht als etwa Facebook oder Twitter. Offensichtlich setzt der Gigant auf seine Milliardenreserven, um den Abstand zu verkürzen.

So kaufte Google den auf Programme für Onlinenetzwerke spezialisierten App-Hersteller Slide, die Modesuchmaschine Like.com, den Entwickler virtueller Artikel Jambool und investierte in den Spieleentwickler Zynga, der unter anderem mit «Farmville» einen Hit bei Facebook-Nutzern landete.

SDA/jak

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