Griechische Waffenkäufer legen Schmiergeld in der Schweiz an
Bestechungszahlungen internationaler Rüstungsfirmen landen auf verworrenen Wegen auf Konti in Genf und Zürich. Griechenland, Deutschland und die Schweiz ermitteln. Die Banken schweigen.

Mit der UBS, der Credit Suisse (CS) und Julius Bär sind drei der grössten Schweizer Banken von einem Korruptionsskandal betroffen, der Griechenland dieser Tage erschüttert. Die Athener Staatsanwaltschaft verdächtigt Rüstungsfirmen, über Mittelsmänner hochrangige Ex-Mitarbeiter des griechischen Verteidigungsministeriums bestochen zu haben. Diese Woche wurden zwei pensionierte griechische Geschäftsleute festgenommen, die Ende der 90er-Jahre für deutsche Rüstungskonzerne Schmiergelder an Antonios Kantas, den damals höchsten Waffeneinkäufer Griechenlands, vermittelt haben sollen.
Der 72-jährige Kantas, der selber in Untersuchungshaft sitzt, hat jüngst in Befragungen zugegeben, für zwölf Waffenprogramme privat mehrere Millionen Euro entgegengenommen zu haben. Gemäss seinem und einem weiteren Geständnis sind grosse Bestechungssummen in der Schweiz gelandet – zum Teil auf verschlungenen Pfaden. Um die Herkunft des Geldes zu verschleiern, wurden Offshore-Konstrukte wie Trusts eingesetzt sowie Tarnnamen verwendet. Nach Erkenntnissen der Ermittler lagen oder liegen Hunderttausende bis zu mehreren Millionen Euro auf Konti in der Schweiz: bei der Dresdner Bank in Genf (gehört heute der Liechtensteiner Privatbank LGT), bei der Bank Hofmann in Zürich (heute Credit Suisse), bei PNB Paribas in Genf und bei der UBS.