Grüne Geschäfte

Beim Geld- und Klimagipfel in Paris stimmte zumindest die Richtung.

One Planet 2017: Arnold Schwarzenegger (links) posiert mit Emmanuel Macron (Mitte) und Belgiens Premierminister Charles Michel vor dem Eiffelturm. Bild: Keystone

One Planet 2017: Arnold Schwarzenegger (links) posiert mit Emmanuel Macron (Mitte) und Belgiens Premierminister Charles Michel vor dem Eiffelturm. Bild: Keystone

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Einflussreiche Finanzkonzerne haben sich bei einem Klimagipfel in Paris verpflichtet, mehr gegen die Erderwärmung zu tun. Banken wie HSBC und BNP Paribas wollen so Industriekonzerne wie Volkswagen oder die Ölmultis Exxon Mobil und BP zu mehr Klimaschutz drängen.

Wir sind die Guten – so lautet die Botschaft, die die Konzerne gemeinsam mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nun bei ihrem Geld- und Klimagipfel in die Welt geschickt haben. Macron rief zu mehr Engagement für das Klima auf. «Wir verlieren den Kampf», sagte er: «Wir kommen nicht schnell genug voran, das ist das Drama.»

Reden und Handeln sind eben zweierlei

Dem CO2-intensiven Wirtschaftsmodell von US-Präsident Donald Trump, der das UNO-Klimaabkommen aufgekündigt hat, stellen sie eine umweltverträglichere Vision entgegen. Tatsächlich verabschieden sich die Unternehmen, die sich da selbst feiern, aber noch nicht vom trumpschen Modell. Reden und Handeln sind eben zweierlei. Mit Rücksicht auf die Rendite wagen es grosse Geldgeber bisher nicht, Ölkonzernen den Hahn zuzudrehen. Auch aus dem Geschäft mit Kohle ziehen sie sich nicht ganz zurück. Der Wendepunkt ist nicht erreicht, an dem die Finanzwelt die Umstellung auf eine klimaschonende Wirtschaft erzwingen würde. Darauf weist Macron zu Recht in dramatischen Worten hin.

Und doch: Die Richtung stimmt, wenn Multimilliardeninvestoren ihr Engagement bei Öl, Schiefergas und Kohle zurückfahren. Oder wenn sie immer stärker in sogenannte grüne Anleihen Geld anlegen. Sie tun das nicht, weil sie die Guten sind. Sondern, weil sich so Geschäft machen lässt. Umso besser. Einen stärkeren Antrieb kennen sie nicht.

Erstellt: 13.12.2017, 20:43 Uhr

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