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Gutes Syngenta-Ergebnis «die beste Antwort» an Monsanto

Der Agrochemiekonzern schlug sich im ersten Halbjahr besser als erwartet. Syngenta-Chef Mack sieht die Zahlen als Signal gegen die Kaufofferte von Monsanto.

Zufriedene Geschäftsleitung, trotz weniger Gewinn und Umsatz: Bohnenzucht von Syngenta in Stein AG. (24. November 2014)
Zufriedene Geschäftsleitung, trotz weniger Gewinn und Umsatz: Bohnenzucht von Syngenta in Stein AG. (24. November 2014)
Gaetan Bally, Keystone

Die Geschäftsperspektiven von Syngenta seien hervorragend, sagte Firmenchef Mike Mack gegenüber der Nachrichtenagentur AWP. Nach Ansicht von Mack seien die Halbjahresergebnisse von Syngenta «die beste Antwort» auf die milliardenschwere Kaufofferte des US-Konkurrenten Monsanto.

Der Agrochemiekonzern hat diese als zu niedrig zurückgewiesen und auch kartellrechtliche Risiken angeführt. Die Aussichten für die Basler als eigenständiges Unternehmen seien «brillant». «Und ich wäre sehr überrascht, wenn die heutigen Zahlen unsere Aktionäre nicht ebenfalls freuen würden.», sagte Mike Mack weiter.

Die Aktien von Syngenta sind jedoch die grossen Verlierer unter den Blue Chips. Das für die erste Hälfte des Geschäftsjahres 2015 veröffentlichte Ergebnis hatte auf den Stufen Ebitda und Reingewinn die Konsensschätzungen allerdings ziemlich deutlich übertroffen und beim Umsatz quasi eine Punktlandung hingelegt.

Analysten finden eigentlich nur positive Worte. Die Kursrückschläge werden denn auch mit Gewinnmitnahmen erklärt. Die Syngenta-Aktien standen kurz vor Mittag um knapp 1,5 Prozent tiefer. Die bislang gehandelten Volumen sind unauffällig. Der Gesamtmarkt SMI legt derweil 0,75 Prozent zu, insbesondere getragen von den Titeln von Roche, CS und ABB.

Analysten überrascht

Analysten zeigen sich angetan von den Resultaten. Unter dem Gesichtspunkt der Profitabilität seien die Halbjahreszahlen unerwartet gut, heisst es beispielsweise bei der Zürcher Kantonalbank. Baader Helvea sieht die eigenen Erwartungen bei den Gewinnzahlen übertroffen und zählt ihre im Vorfeld abgegebenen Schätzungen zu den mit am höchsten angesetzten.

Der Halbjahresausweis wird aber insbesondere vor dem Hintergrund der Offerte des US-Branchennachbarn Monsanto gelesen. Die vorgelegten Zahlen würden die Selbständigkeit von Syngenta unterstützen und die Hoffnung auf ein besseres Angebot schüren, heisst es beispielsweise bei der ZKB.

Syngenta stichelt gegen Monsanto

Firmenchef Mike Mack legte noch einen drauf: «Nur weil Monsanto ein strategisches Problem hat, ihnen die richtigen Werkzeuge im Portfolio fehlen, müssen wir nicht auf eine Offerte eingehen, die wir als zu tief erachten.»

Monsanto lässt bei seinen Übernahmeavancen für Syngenta nicht locker. Man habe ein ernsthaftes und faires Angebot für den Schweizer Weltmarktführer für Pflanzenschutzmittel vorgelegt, das den Aktionären einen Aufschlag und das Potenzial eines kombinierten Unternehmens biete, erklärte Monsanto-Chef Hugh Grant. «Syngentas Zahlen für das erste Halbjahr bestätigen, dass der Konzern weiter keine langfristige Vision oder einen Plan hat, die denselben Wert schaffen würden.»

Monsanto, weltweit grösster Hersteller von Saatgut, habe in seinen intensiven Gesprächen mit den Syngenta-Aktionäre eine breite Unterstütung für seine strategische Argumentation festgestellt. Monsanto bleibe zum Gespräch mit Syngenta bereit. «Der Ball liegt in ihrem Feld.» Monsanto bietet 449 Franken je Syngenta-Aktie.

Wegen starkem Dollar mit weniger Umsatz und Gewinn

Die Aufwertung des Dollars hat Syngenta einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Umsatz schrumpfte um 10 Prozent auf 7,634 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen in einem Communiqué bekannt gab. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen sank um 5 Prozent auf 2 Milliarden Dollar. Unter dem Strich verdiente Syngenta 1,221 Milliarden Dollar. Das sind 12 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Trotzdem konnte Syngenta die Erwartungen beim Gewinn übertreffen. Analysten hatten gemäss der Nachrichtenagentur AWP im Durchschnitt mit einem Umsatz von 7,649 Milliarden Dollar und einem Ebitda von 1,896 Milliarden Dollar gerechnet. Beim Reingewinn hatten sie lediglich 1,152 Milliarden Dollar vorhergesagt.

Der Umsatzrückgang um 10 Prozent sei auf den Dollar zurückzuführen, da sich die meisten Währungen gegenüber dem «Greenback» abgeschwächt hätten, hiess es bei Syngenta. Zu konstanten Wechselkursen wäre der Umsatz um 3 Prozent gestiegen. Der Ebitda hätte zu konstanten Wechselkursen gar um 21 Prozent zugelegt.

Preiserhöhungen

Es sei gelungen, die Abwertung von Währungen in den Schwellenländern durch gezielte Preiserhöhungen weitgehend zu kompensieren, erklärte Syngenta-Chef Mike Mack. In Kombination mit Währungsabsicherungsgeschäften sei es gelungen, die Auswirkungen der Währungsschwankungen auf den Ebitda abzuschwächen.

Zudem habe das Sparprogramm Wirkung gezeigt. Im ersten Halbjahr habe Syngenta Einsparungen von 104 Millionen Dollar erzielt. «Damit sind wir auf Kurs, um die für 2015 als Ziel gesetzten 265 Millionen Dollar zu erreichen», hiess es weiter.

(SDA)

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