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Happiger Verlust bei Sawiris

Die von Samih Sawiris kontrollierte Orascom, die auch das Tourismusresort in Andermatt baut, hat eine Warnung für die Investoren herausgegeben.

Muss schlechte Zahlen für das Jahr 2013 bekannt geben: Samih Sawiris (hier im Hotel Chedi in Andermatt). (Archivbild)
Muss schlechte Zahlen für das Jahr 2013 bekannt geben: Samih Sawiris (hier im Hotel Chedi in Andermatt). (Archivbild)

Die Unruhen in der Heimat setzen dem vom ägyptischen Investor Samih Sawiris kontrollierten Tourismuskonzern Orascom schwer zu. Das Unternehmen rechnet in einer Gewinnwarnung für 2013 mit einen Verlust von 145 bis 160 Millionen Franken. Die Börse goutierte das gar nicht.

Der Umsatz dürfte um 18 bis 20 Prozent eingebrochen sein. Das ist hauptsächlich auf die niedrige Auslastung der Hotels im krisengeschüttelten Ägypten zurückzuführen. Darüber hinaus sanken aber auch die Umsätze in den Sparten Immobilien und Bau.

Situation hat sich nochmals verschlechtert

Weiter beutelten hohe Fixkosten, in geringerem Umfang kapitalisierte Finanzierungskosten sowie die Abwertung des ägyptischen Pfunds den Konzern. Nicht genug damit mussten Rückstellungen, Abschreibungen auf Beteiligungen und eine Neubewertung auf Steuerabgrenzungen vorgenommen werden.

Damit steigt der Reinverlust von 97 Millionen Franken im Jahr 2012 auf die geschätzten 145 bis 160 Millionen Franken. Das deutet darauf hin, dass sich die Situation zum Jahresende hin noch einmal verschlechterte. Nach neun Monaten hatte Orascom im November einen Verlust von 75,7 Millionen Franken ausgewiesen. Die detaillierten Resultate für das Geschäftsjahr 2013 gibt Orascom am 15. April bekannt.

Stark von Sawiris abhängig

Die Anleger reagierten bis Mittag ungehalten auf die schlechte Nachricht. Die Orascom-Titel verloren bis kurz nach 12.00 Uhr 5,8 Prozent ihres Werts. Im letzten Halbjahr hatte sich der Kurs von Orascom zwar erholt. Verglichen dem Börsengang im Mai 2008 und dem damaligen Ausgabepreis von 152 Franken beträgt der Wertverlust indessen über 90 Prozent.

Als Reaktion auf die Gewinnwarnung senkte die Bank J. Safra Sarasin das Anlagerating für die Orascom-Aktie auf «Reduce» von «Neutral». Das Ausmass der Verluste sei überraschend gross und im Moment bestünden keine Anzeichen der Besserung in Ägypten. Das Überleben des Unternehmens bleibe weiterhin vollständig von der Unterstützung durch den Hauptaktionär Samih Sawiris abhängig.

Kombiniert mit den aktuellen Angaben errechnet sich für die letzten drei Jahre seit Beginn der Unruhen in Ägypten ein Verlust von 310 bis 330 Millionen Franken. Letztmals schwarze Zahlen geschrieben hatte das Unternehmen 2010 mit einem Gewinn von 122 Millionen Franken.

Um wieder Gewinn zu machen, hat Orascom im Juli 2013 ein Kostensenkungsprogramm gestartet. Im Februar wurde bekannt, dass Geschäftsführer Gerhard Niesslein den Konzern per sofort verlässt. Immobilien- und Hotelkönig Sawiris hält seither die Zügel interimistisch selbst in Händen. Über einen neuen Geschäftsführer wurde bisher nichts bekannt.

SDA/cpm

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