Hayek sorgt sich um Schweizer Produkte

Swatch-Chef Nick Hayek fürchtet, dass es Schweizer Marken bald nur noch im Museum gibt. Die Industrie leide unter der schädlichen «Bankermentalität».

Setzt sich für Schweizer Massenprodukte ein: Nick Hayek an einer Pressekonferenz der Swatch Group in Corgemont. (12.3.2015)

Setzt sich für Schweizer Massenprodukte ein: Nick Hayek an einer Pressekonferenz der Swatch Group in Corgemont. (12.3.2015) Bild: Laurent Gillieron/Keystone

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Die kleine Schweiz sei eine Weltmacht, wenn es um innovative Produkte und Marken gehe. Doch viele davon gebe es nicht mehr. Dies schreibt Swatch-Group-Chef Nick Hayek in einem Gastbeitrag für die Zeitung «Schweiz am Sonntag». In der Schweiz werde alles getan, «die Geisteshaltung auszurotten», dank der Marken und Produkte von Weltbedeutung geschaffen würden.

Insbesondere die Industrie leide unter wirtschafts- und geldpolitischen Massnahmen aber auch unter einer schädlichen «Bankermentalität». «Die Produktion von Gütern ist das Herz einer langfristigen, gesunden Wertschöpfungskette», schreibt er weiter. Diese sichere den sozialen Frieden und sorge nicht für kurzfristigen Reichtum, sondern für die langfristige Sicherung einer Mittelschicht.

Dazu brauche es nicht tiefste Löhne und nicht schlechte Arbeitsbedingungen. Es brauche die pragmatische Geisteshaltung von Unternehmern, Gewerkschaften und Politikern, und es brauche Vertrauen.

Industrie muss kämpfen

Politikern wirft er vor, sie seien oft mutlos und würden «nur in der Welt der Regulierung und Standardisierung leben». Sorgen bereitet Hayek auch der «extrem überbewertete Schweizer Franken».

«Unsere Währungshüter von der braven, etwas biederen Nationalbank haben uns deutlich gezeigt wie schwach wir mittlerweile geworden sind», schreibt er in der «Schweiz am Sonntag» zur SNB. «Wir können uns nicht wehren, wir sind zu klein, und das Risiko ist zu gross.» Die Welt der Schweizer Nationalbanker sei die der Theorien, der Rechtfertigungen, die von Ratlosigkeit, Mutlosigkeit und mangelnder Kreativität zeugen würden. Es sei die Geisteshaltung von Verwaltern anstatt von Gestaltern.

Die Industrie müsse dafür kämpfen, Schweizer Produkte, auch Massenprodukte, herzustellen und diese künftig «nicht nur im Museum zu bewundern». (ij)

Erstellt: 27.12.2015, 15:22 Uhr

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