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Heute könnte die grösste Airline der Welt entstehen

Eine Entscheidung ist zwar bisher nicht gefallen, aber die Verhandlungen drehen sich nur noch um Details: American Airlines und US Airways könnten heute ihre Fusion bekannt geben – und damit 1,2 Milliarden Dollar einsparen.

Fusion zweier Giganten: Eine US-Airways- und eine American-Airlines-Maschine stehen am Flughafen von Phoenix. (7. Februar 2013)
Fusion zweier Giganten: Eine US-Airways- und eine American-Airlines-Maschine stehen am Flughafen von Phoenix. (7. Februar 2013)
Keystone

American Airlines und US Airways steuern auf den Zusammenschluss zur weltgrössten Fluggesellschaft zu. Nach Informationen des «Wall Street Journal» beraten die Verwaltungsräte beider Unternehmen morgen getrennt voneinander über letzte Details; noch am selben Tag oder am Donnerstag könnte die Fusion verkündet werden. Gefallen sei die Entscheidung noch nicht, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Verhandlungskreisen.

Spekulationen über einen Zusammenschluss gibt es, seit die angeschlagene American Airlines im November 2011 Gläubigerschutz beantragen musste. Die Erfolgsaussichten wuchsen im vergangenen April, als Gewerkschaftsvertreter öffentlich ihre Unterstützung für den Schritt erklärten. Im August schlossen beide Fluggesellschaften dann eine Stillschweige-Vereinbarung und tauschten Informationen aus, um eine mögliche Fusion zu prüfen.

Kein Zurück mehr

Die Airlines äussern sich öffentlich nicht dazu, wie weit vorangeschritten die Verhandlungen derzeit sind. «Die Diskussionen dauern noch an, eine Entscheidung ist noch nicht gefallen», hiess es aus Verhandlungskreisen. Die Gespräche hätten aber wahrscheinlich schon den Punkt überschritten, ab dem es kein Zurück mehr gebe, sagte der Luftfahrtexperte John Thomas von der Beratungsfirma L.E.K. Consulting.

Die Fusion der beiden Fluggesellschaften würde die nach Passagierzahlen grösste Airline der Welt schaffen. Die Umsätze von American Airlines und US Airways beliefen sich vergangenes Jahr auf zusammen 38,7 Milliarden Dollar (28,9 Milliarden Euro). Das Gemeinschaftsunternehmen würde sich an den US-Konkurrenten United und Delta vorbeischieben, die selbst Fusionen mit Continental beziehungsweise Northwest hinter sich haben.

Auswirkungen auf Lufthansa

Berichten zufolge können American Airlines und US Airways durch eine Fusion 1,2 Milliarden Dollar einsparen. Die neue Airline würde über mehr als 1500 Maschinen verfügen und 6400 Flüge täglich anbieten. Luftfahrtexperte Thomas erklärte, dass die Unternehmen bei einem Zusammenschluss davon profitieren würden, dass sich ihre bisherigen Streckennetze kaum überlappten.

Dem Zusammenschluss müssten aber nicht nur die Wettbewerbsbehörden und die Aktionäre zustimmen, sondern auch das für das Insolvenzverfahren zuständige Gericht. Es wird erwartet, dass der Chef von US Airways, Doug Parker, an die Spitze der dann neu entstehenden Fluggesellschaft rückt. Unklar ist dagegen, welche Rolle American-Airlines-Chef Tom Horton übernehmen soll.

Die Mega-Fusion würde sich auch auf die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa auswirken, die bislang mit US Airways in der Luftfahrtallianz Star Alliance zusammenarbeitet. American Airlines gehört dagegen zu dem Bündnis Oneworld, zu der unter anderem auch Air Berlin zählt. Medienberichten zufolge entwickelten sich die Fusionsgespräche dahingehend, dass US Airways die Star Alliance verlassen und sich die neue Airline Oneworld anschliessen solle.

AFP/rbi

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