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Hochwasser spült Zurich den Gewinn weg

Die Überschwemmungen in Mittel- und Osteuropa hat Zurich im ersten Halbjahr einen Gewinneinbruch beschert.

Unter dem Strich verdiente der Versicherungskonzern Zurich im ersten Halbjahr 1,9 Milliarden Franken und damit 17 Prozent weniger als in der selben Periode des Vorjahres.

Besonders im zweiten Quartal musste Zurich für Schäden tiefer in die Tasche greifen. Neben dem Hochwasser in Europa hätten auch Überschwemmungen in Kanada sowie Tornados im US-Bundesstaat Oklahoma das Ergebnis belastet, teilte das Unternehmen mit.

Alleine die Flut in Europa schlug mit 140 Millionen Franken zu Buche, wie Zurich bereits im Juli mitgeteilt hatte. Die Combined Ratio - das Verhältnis von Schadenleistungen und internen Kosten zu den Einnahmen - verschlechterte sich im ersten Halbjahr auf 95,6 Prozent, nach 94,8 Prozent 2011.

«Ich bin nicht besorgt»

Konzernchef Martin Senn gab sich trotz des geschrumpften Gewinns zuversichtlich. «Ich bin nicht besorgt, denn diese Resultate verschleiern die gute Leistung, die wir in anderen Bereichen erzielt haben», erklärte er in einem Video, das auf der Webseite des Konzerns aufgeschaltet wurde. «Wir haben die zugrundeliegende Profitabilität verbessert.»

Die Anleger liessen sich durch diese Worte allerdings nicht beschwichtigen. An der Schweizer Börse verlor die Zurich-Aktie bis am Donnerstagmittag um rund 3,5 Prozent an Wert. Der Leitindex SMI notierte seinerseits um 0,85 Prozent im Minus.

Analysten hatten mehr erwartet

Mit den vorgelegten Zahlen enttäuschte der Versicherer die Erwartungen der Investoren. In ihren ersten Reaktionen lobten die Analysten die operativen Verbesserungen des Konzerns, zeigten sich aber von den Gewinnzahlen enttäuscht. Nicht nur bei der Schadensbilanz, sondern auch beim Anlageergebnis hatten sie mehr erwartet.

Am Kapitalmarkt nahm Zurich in den ersten sechs Monaten 3,32 Milliarden Dollar ein. Das sind 20 Prozent weniger als in der entsprechenden Periode des Vorjahres, was der Konzern in erster Linie auf das anhaltend tiefe Zinsniveau zurückführt.

16 Prozent tieferer Betriebsgewinn

Operativ verbuchte das Unternehmen einen Gewinn von 2,29 Milliarden Franken, was einem Rückgang um 9 Prozent entspricht. Das Sachversicherungsgeschäft als wichtigste Sparte generierte einen 16 Prozent tieferen Betriebsgewinn von 1,37 Milliarden Franken.

Auch in der Lebensversicherungssparte lief es nicht rund. Der Betriebsgewinn blieb zwar konstant bei 659 Millionen Dollar. Allerdings schrumpften die Prämieneinnahmen um 11 Prozent. Zurich führt den Rückgang vor allem auf eine neue Gesetzesbestimmung in Grossbritannien zurück, infolge derer der Konzern weniger Einmalprämienprodukte verkaufte.

Am Abend vor der Publikation des Halbjahresergebnisses hatte Zurich den Abgang des Leiters des Lebensversicherungsgeschäfts bekanntgegeben. Kevin Hogan verlässt das Unternehmen per sofort und wird durch Kristof Terryn, bisher operativer Chef (COO), ersetzt.

Zuversichtlich für die konjunkturelle Entwicklung

Konzernchef Martin Senn will weiter auf die Märkte in den aufstrebenden Schwellenländern setzen. Die Sachversicherungssparte habe im ersten Halbjahr in allen Regionen ausserhalb Europas höhere Bruttoprämien verzeichnet, betonte er.

Zwar zeige sich gegenwärtig in allen aufstrebenden Ländern nach dem «starken und schnellen Wachstums» der jüngeren Vergangenheit eine gewisse Ernüchterung. Dennoch sei er sehr zuversichtlich für die weitere Entwicklung in diesen Ländern, betonte Senn.

Generell schätzt der Zurich-Chef die Aussichten für die Weltkonjunktur positiv ein. «Es ist ein gutes Zeichen, dass sich die globale Wirtschaft etwas stabilisiert und den Weg zurück zum Wachstum findet. Insgesamt bin ich optimistisch hinsichtlich der gesamtwirtschaftlichen Lage.»

SDA/bru

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