Hotels in Schweizer Skigebieten sind günstiger als im Ausland

Skifahrer wichen in Zeiten des starken Frankens aufs Ausland aus. Schweizer Skiorte locken nun mit günstigen Übernachtungen.

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Skifahren geht ins Geld: Neben dem Ticket zahlen Sportler für überteuerte Mittagessen auf der Hütte, Ausrüstung und nicht zuletzt die Übernachtung im Skiort. Sportferien in der Schweiz galten bislang als besonders teuer. Besonders in Zeiten des starken Frankens wichen ausländische Gäste vermehrt auf die Berge im angrenzende Ausland aus.

Der Mythos von der teuren Skidestination Schweiz bröckelt nun allerdings. Zumindest laut einer neuen Auswertung der Reisesuchmaschine Momondo.ch. Demnach sind Hotelübernachtungen in Schweizer Skiorten in diesem Winter teilweise sogar günstiger als in gewissen Orten im Ausland.

Davos am günstigsten

Momondo hat die Hotelpreise im mittleren Segment, sprich in 3- und 4-Sterne-Hotels, in Schweizer Skiorten mit denen in Destinationen in Italien, Frankreich und Österreich verglichen. Demnach liegt der Preis für ein Doppelzimmer in Zermatt in diesen Hotelkategorien bei durchschnittlich 313 Franken, in Grindelwald bei 302 Franken und in Davos im Schnitt bei 255 Franken.

Teurer ist die Übernachtung Momondo.ch zufolge vor allem in den österreichischen Skiorten: In Sölden zahlt der Gast für eine Nacht im Doppelzimmer umgerechnet rund 426 Franken, in Ischgl 452 Franken und in Lech am Arlberg 520 Franken. Für die Auswertung wurden die hotelstärksten Destinationen in den vier Ländern untersucht. Hotelpreise basieren auf dem durchschnittlichen Grundpreis aller 3 und 4-Sterne-Hotels an den Reisezielen zwischen dem 31. Januar und 1. April 2018.

Preise auffallend gesunken

Stichproben auf Booking.com bestätigen die Preisunterschiede - besonders zwischen der günstigsten und der teuersten untersuchten Destination, also zwischen Davos und Lech am Arlberg. In Davos ist für das kommende Wochenende ein Doppelzimmer im günstigsten 4-Sterne-Turmhotel Victoria für 215 Franken pro Nacht zu haben, während man in Lech am Arlberg für das günstigste 4-Sterne-Hotel Angela 534 Franken hinblättern muss.

Auch Schweiz Tourismus schätzt die Lage ähnlich ein. Die Hotelpreise seien in der Schweiz seit 2011 auffallend gesunken - um ganze sechs Prozent zwischen 2011 und 2016, wie Zahlen des Bundesamt für Statistik zeigen. «Um den Herausforderungen des hohen Preisniveaus in der Schweiz und des Wechselkursnachteils zu begegnen, haben die Hoteliers auf breiter Front ihre Kostenstruktur optimiert, Synergien in Kooperationen gesucht und mehr Leistungen in ihre Übernachtungspreise inkludiert», sagt Sprecher André Aschwanden zu dieser Zeitung. Insgesamt habe dies zu konkurrenzfähigeren Preisen geführt.

Preise könnten wieder steigen

Auch Jürg Stettler, Leiter des Instituts für Tourismuswirtschaft ITW an der Hochschule Luzern sagt, die Schweiz sei insbesondere wegen des Erstarken des Euro günstiger geworden im Vergleich zum Euroraum. Halte diese Entwicklung allerdings an, würden viele Hotels versuchen, die Preise wieder punktuell zu erhöhen.

Das sei aber nur bedingt möglich, denn grundsätzlich stünden die Schweizer Skigebiete beim Preis stark unter Druck: «Da viele Gäste über Onlineportale buchen, ist der Preis ein Schlüsselkriterium. Nur Gebiete, die sich wirklich abheben von anderen, können es sich leisten, die Preise hochzuhalten.» Alle anderen müssten viel stärker über den Preis konkurrieren.

Dass die Hotels in Schweizer Skiorten durchs Band günstiger seien als im nahen Ausland, bezweifelt Stettler: «Die Preisunterschiede bei Hotels hängen stark davon ab, welche Destinationen untersucht werden. Ausserdem können unterschiedliche Leistungen in den Angeboten - ob etwa Stornierungsgebühren anfallen oder nicht - die Preise beeinflussen.» Ob man ein Angebot stornieren kann oder nicht könne zu einer Preisdifferenz von bis zu fünf bis zehn Prozent führen.

Günstigere Skitickets

Nicht nur bei den Hotels, sondern auch bei den Skitickets versuchten Skigebiete zuletzt, mit dem Ausland zu konkurrieren. Laut einer Analyse des auf Bergbahnberatung spezialisierte Firma Grischconsulta sind Tages- und 6-Tages-Pässe in der Nebensaison in der Schweiz günstiger als in Österreich. Online buchbare Best-Price-Angebote seien demnach bis zu 17 Prozent günstiger, schreibt die Sonntagszeitung.

Gewisse Gebiete wie das Berner Oberland bieten zudem Saisonabos, die Preise in ausländischen Gebieten schlagen. Dort kostet der Top4-Skipass 666 Franken. Zuvor hatte bereits Saas Fee angefangen, ein Saisonabo für 222 Franken zu verkaufen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 08.02.2018, 09:28 Uhr

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