Huawei-Mitarbeiter wegen iPhone-Tweet bestraft

Zum neuen Jahr hat Huawei einen Tweet abgesetzt, der für das Unternehmen peinlich ist – und für die verantwortlichen Mitarbeiter drastische Konsequenzen hat.

Peinlicher Tweet des chinesischen Smartphone-Herstellers Huawei.

Peinlicher Tweet des chinesischen Smartphone-Herstellers Huawei. Bild: Andy Wong/Keystone

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Zum Jahreswechsel wollten Mitarbeiter von Huawei eigentlich nur ein frohes Jahr 2019 wünschen. Dafür verschickten sie eine Nachricht über den offiziellen Twitter-Account. Darunter stand allerdings: «via Twitter for iPhone». Sprich, der Tweet wurde von einem Apple-Smartphone abgesetzt.

Den Tweet hat Huawei mittlerweile gelöscht, ein Screenshot davon wurde vorher aber vom US-Youtuber Marques Brownlee retweetet und kursiert auf sozialen Medien:

Lohn gekürzt

Die Bestrafung der zuständigen Mitarbeiter erfolgte umgehend und mit harter Hand: Zwei Angestellte wurden um einen Rang zurückgestuft, ihr monatliches Gehalt um 5000 Yuan (rund 718 Franken) gekürzt. Der Lohn des einen der beiden Mitarbeiter, dem digitalen Marketingchef, werde für 12 Monate eingefroren. Das geht aus einer internen Nachricht der Kommunikationschefin Chen Lifang hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Sie schreibt, der Vorfall habe der Marke Huawei geschadet.

Verantwortlich für den Fauxpas ist Chen Lifang zufolge das Unternehmen Sapient, an das Social-Media-Arbeit ausgelagert ist. Sapient habe an einem Computer Probleme mit der VPN-Verbindung gehabt. Diese Verbindung braucht es, um in China auf das blockierte Netzwerk Twitter zugreifen zu können. Die Sapient-Mitarbeiter hätten den Tweet also über ein iPhone mit einer Roaming-SIM-Karte abgeschickt, um die Mitteilung noch rechtzeitig zum neuen Jahr veröffentlichen zu können.

Auch Samsung wirbt via iPhone

Es ist nicht das erste Mal, dass Huawei mit einem entsprechenden Problem zu tun hat: Letztes Jahr veröffentlichte Markenbotschafterin Gal Gadot, bekannt durch den Film «Wonder Woman», einen Werbe-Tweet für Huawei – ebenfalls von einem iPhone.

Auch Konkurrent Samsung unterlief vor kurzem ein ähnlicher Fehler. Der Smartphone-Hersteller bewarb über seinen nigerianischen Twitter-Account eines seiner Telefone. Auch dieser Tweet soll von einem iPhone abgeschickt worden sein. Samsung reagierte radikaler: Der gesamte nigerianische Account wurde gelöscht.

Huawei läuft Apple den Rang ab

Apple und Huawei liefern sich einen erbitterten Kampf um die Spitzenplätze im weltweiten Smartphone-Markt. Belegt Samsung nach wie vor den ersten Platz, überholte Huawei Apple zuletzt erstmals als zweitgrösster Hersteller. Der chinesische Konzern rechnet für 2018 mit einem Umsatzrekord. Die Erlöse würden 2018 um 21 Prozent auf 109 Milliarden Dollar klettern, kündigte Chairman Guo Ping in seiner Neujahrsansprache an.

Apple litt derweil zuletzt unter einem Einbruch der iPhone-Verkäufe in China: Das Unternehmen musste die Umsatzprognose für die vergangenen drei Monate senken. Der Aktienkurs brach um knapp 10 Prozent ein.

Belastend wirkt für Apple auch der Handelsstreit zwischen den USA und China. Anfang Dezember wurde in Kanada die Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou auf Drängen der USA vorübergehend festgenommen. Dies führte in China zu Boykottaufrufen von Apple-Produkten. Einige Firmen boten ihren Angestellten gar Zuschüsse beim Kauf von Huawei-Smartphones an. (Redaktion Tamedia)

Erstellt: 04.01.2019, 16:32 Uhr

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