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Hupac prognostiziert eine Million Lastwagen weniger auf der Strasse

Seit 2000 wurde der alpenquerende Lastwagen-Güterzugverkehr in der Schweiz um 70 Prozent gesteigert. Für die kommenden Jahre hegt das zuständige Transportunternehmen ehrgeizige Ziele.

Die Alternative zum Stau: Lastwagen-Güterzugverkehr auf der Gotthard-Strecke im Jahr 2002.
Die Alternative zum Stau: Lastwagen-Güterzugverkehr auf der Gotthard-Strecke im Jahr 2002.
Keystone

Die im kombinierten Lastwagen-Güterzugverkehr tätige Hupac will 2015 eine Million Transporte per Zug befördern, die sonst über die Strasse gerollt wären. 2010 waren es noch gut 690'000 solcher Transporte gewesen, die von der Hupac abgefertigt wurden.

Wie die Hupac anlässlich ihrer Bilanzmedienkonferenz in Zürich mitteilt, verzeichnete sie 2010 eine Zunahme des Transportvolumens um 13,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Seit dem Jahr 2000 sei damit das Volumen um 70 Prozent gesteigert worden.

Weitere 2200 Waggons dazukaufen

Verwaltungsratspräsident Hans-Jörg Bertschi betonte, damit sei der Umsatzeinbruch auf Grund der Wirtschaftskrise schneller bewältigt worden als erwartet. Ein noch stärkeres Wachstum sei 2010 dadurch verhindert worden, dass zu wenige Waggons zur Verfügung gestanden hätten.

Die Hupac will deshalb bis 2015 weitere 2200 Waggons zu den 5600 dazu kaufen, die ihr heute schon gehören. Insgesamt will sie in diesen vier Jahren rund 300 Millionen Franken in den Bau neuer Terminals, für neue Computerlösungen und neue Waggons investieren.

Umsatz und Gewinn gestiegen

2010 stieg der Hupac-Konzernumsatz um 4,9 Prozent auf 504 Millionen Franken. 87 Millionen Franken steuerte nach Angaben von Finanzchef Peter Hafner der Bund bei.

Davon seien etwa 60 Millionen als Ausgleichszahlung für die Kosten verursachende schwierige Infrastruktur zu betrachten. 27 Millionen Franken habe der Bund 2010 gezahlt, um Währungsverluste der Hupac durch den starken Frankenkurs abzufangen.

Der Jahresgewinn erhöhte sich um 16,3 Prozent auf 3,2 Millionen Franken. Für die Jahre bis 2015 strebt das Unternehmen ein jährliches Mengenwachstum von 8 bis 10 Prozent an.

Gotthard-Korridor ausbauen

Für die verstärkte Verlagerung der Strassentransporte auf die Schiene verlangt die Hupac einen kontinuierlichen Ausbau der Bahn- Güterstrecken zum neuen Gotthardtunnel. Dafür müsse der Gotthard- Korridor durchgehend auf den internationalen 4-Meter-Standard ausgebaut werden.

Dieser Standard wird in der Schweiz zum grössten Teil heute nicht erreicht. Ein Vollausbau würde Kosten von gegen 600 Millionen Franken verursachen.

Probleme orten die Hupac-Verantwortlichen vor allem auf den Neat- Anschlusstrassen in Italien. Dort müsse schnell eine pragmatische Lösung gefunden werden. «Sonst werden uns die 50 Kilometer zwischen der Schweiz und Luino die Produktivität versauen», sagte Bertschi.

Dafür sei kein Streckenneubau nötig. Engpässe könnte man entschärfen, indem man auf bestehenden, nahe beieinander liegenden einspurigen Strecken einen Einbahnverkehr einführe. Die auf dieser Strecke liegenden Tunnel müssten aber dem 4-Meter-Standard angepasst werden.

SDA/mrs

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