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IBM-Chefin verzichtet auf Bonus

Der weltgrösste IT-Dienstleister IBM büsste 2013 nicht nur beim Umsatz ein, sondern auch die Gewinne gaben nach. Kein Grund für mehr Lohn also, findet Konzernchefin Ginni Rometty.

Sie und ihr Kader verzichten auf Bonuszahlungen: IBM-Chefin Ginni Rometty an einem Kongress. (Archivbild)
Sie und ihr Kader verzichten auf Bonuszahlungen: IBM-Chefin Ginni Rometty an einem Kongress. (Archivbild)
AFP

IBM kann den Umsatzrückgang nicht stoppen. Im vierten Quartal 2013 ging es bei dem weltgrössten IT-Dienstleister zum siebten Mal in Folge bergab. Vor allem eine schwächelnde Nachfrage im Service- und Hardware-Bereich verdarb dem US-Konzern das Geschäft.

Auch im Gesamtjahr 2013 büsste das Unternehmen an Umsatz ein, die Gewinne gaben ebenfalls nach. Für Konzernchefin Ginni Rometty fiel die Schlappe so gross aus, dass sie am Dienstag nach US-Börsenschluss zusammen mit den Zahlen einen Verzicht auf Bonuszahlungen für 2013 ankündigte. Sie und die anderen Top-Führungskräfte würden auf ihre Boni verzichten.

Rometty lenkt IBM seit 2012 und hatte bereits in ihrem ersten Jahr mit einem leichten Umsatzschwund zu kämpfen. Damals verdiente sie 16,2 Millionen Dollar, wovon 3,9 Millionen Dollar auf den reinen Bonus entfielen.

Die Konzernchefin wies aber auch Fortschritte in Zukunftssparten hin, in die auch künftig massiv investiert werden solle. Zuletzt hatte IBM angekündigt, vor allem ins «Cloud Computing» Geld zu pumpen.

Fünf Prozent weniger Umsatz

Mit einem Minus beim Umsatz von fünf Prozent auf 27,7 Milliarden Dollar verfehlte IBM im Schlussquartal zudem die Erwartungen der Analysten von 28,3 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn stieg dagegen – auch durch Steuereffekte – um sechs Prozent auf 6,2 Milliarden Dollar.

Doch obwohl das Unternehmen damit die Experten positiv überraschte, wurde es am Aktienmarkt prompt für den Umsatzrückgang abgestraft. IBM-Anteilsscheine gaben nachbörslich 2,2 Prozent nach. Zuvor hatten sie schon ein Prozent verloren, als Lenovos Interesse am IBM Server-Geschäft bekanntwurde.

Einziger Lichtblick in der Quartalsbilanz war das Software-Geschäft, in dem das Unternehmen aus Armonk bei New York den Umsatz um drei Prozent steigern konnte. Im Dienstleistungsbereich ging es dagegen vier Prozent abwärts, und besonders hart traf es die Hardware-Sparte mit einem Minus von 26 Prozent.

Probleme in Wachstumsmärkten

Auch in den klassischen Wachstumsmärkten ging der Umsatz zurück, in den Ländern Brasilien, Russland, Indien und China sogar um 14 Prozent. Allein die Region Europa, Naher Osten und Afrika konnte mit einem mageren Plus von einem Prozent aufwarten.

Im Gesamtjahr gelang IBM zumindest einen Zuwachs beim operativen Gewinn von zwei Prozent auf 18 Milliarden Dollar. Netto stand aber auch hier ein Rückgang in den Büchern, und zwar von einem Prozent auf 16,5 Milliarden Dollar. Der Umsatz fiel im Gesamtjahr um fünf Prozent auf knapp 100 Milliarden Dollar.

Spekulationen um weiteren Verkauf an Lenovo

Um IBM rankten sich zu Wochenbeginn Gerüchte, wonach der Konzern mit dem chinesischen Computerkonzern Lenovo Verhandlungen über den Verkauf des Geschäfts mit Standard-Servern führe. Die leistungsstarken Rechner werden etwa für den Internet-Datenverkehr oder Anwendungen in Unternehmen benutzt.

Lenovo hatte am Dienstag Verhandlungen über einen möglichen Zukauf bestätigt, ohne allerdings Namen zu nennen. IBM hatte 2005 bereits sein PC-Geschäft an Lenovo verkauft, darunter die legendären Thinkpad-Laptops. Das amerikanische IT-Urgestein – «Big Blue» genannt – konzentriert sich zunehmend auf Software und Dienstleistungen, weil diese Zweige höhere Profite versprechen.

Auch der US-Computerhersteller Dell habe Interesse an der IBM-Sparte geäussert, schrieben das «Wall Street Journal» und die «New York Times» unter Berufung auf eingeweihte Personen.

SDA/chk

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