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«Ich wusste gar nicht mehr, wie es sich anfühlt, Geld zu verdienen»

Samih Sawiris' Bau- und Hotelkonzern Orascom stabilisiert sich. Die Bausparte des auch in Andermatt mit einem Grossprojekt engagierten Unternehmens zeigte sich zuletzt besonders stark.

Sieht auch in Ägypten erste Silberstreifen am Horizont: Samih Sawiris im neuen Andermatter Luxushotel «The Chedi». (5. Mai 2014)
Sieht auch in Ägypten erste Silberstreifen am Horizont: Samih Sawiris im neuen Andermatter Luxushotel «The Chedi». (5. Mai 2014)
Christian Beutler, Keystone

Der Bau- und Hotelkonzern Orascom hat im ersten Halbjahr 2014 einen Gewinn von 31,5 Millionen Franken eingefahren. Im Vorjahr stand noch ein Verlust von 48,0 Millionen Franken in den Büchern. Nach dem positiven ersten Quartal – dem ersten mit Gewinn seit der ägyptischen Revolution – hat sich damit die Lage des Konzerns weitgehend stabilisiert.

«Ich wusste schon gar nicht mehr, wie es sich anfühlt, Geld zu verdienen», sagte Verwaltungsratspräsident Samih Sawiris heute an einer Telefonkonferenz. Grund für das positive Halbjahresergebnis sind insbesondere gesenkte Fixkosten, starke Umsätze im Segment Immobilien und Bau sowie einmalige Gewinne aus der Beilegung eines Rechtsstreits und der Auslagerung des Budget Housing- und Baugeschäfts.

20 Millionen weniger Fixkosten

Vor allem das Kostensparprogramm des Konzerns scheint zu greifen. Seit dem ersten Halbjahr 2012 wurden die Fixkosten um fast 20 Millionen Franken gesenkt. 50 Millionen Franken sind das Ziel. Dies könnte bereits Ende 2014 möglich sein, wie Finanzchef Eskandar Tooma an der Telefonkonferenz ausführte.

Der Betriebsgewinn betrug im ersten Halbjahr 10,7 Millionen Franken. Im Vorjahr musste sich der Konzern mit 1,6 Millionen Franken begnügen. Insbesondere die starken Umsätze im Bausegment konnten die Schwächen im Hotelsegment ausgleichen, hielt Orascom fest.

Das Hotelgeschäft litt erneut unter den Reisesperren für die Sinai-Halbinsel von zahlreichen europäischen Ländern und allgemeine Reisewarnungen für Ferienorte am Roten Meer. Ausserdem hatte die Destination Taba Heights mit Flutschäden zu kämpfen, was zu einem Kapazitätsverlust von 29 Prozent geführt hatte. So sank die durchschnittliche Auslastungsrate insgesamt von 59 Prozent im Vorjahr auf tiefe 42 Prozent im ersten Halbjahr 2014.

Umsätze im Hotelsegment brechen ein

Dies beeinflusste folgerichtig den Umsatz negativ. Insgesamt setzte Orascom mit der Hotelsparte noch 48,8 Millionen Franken um. Im Vorjahr waren es 72,0 Millionen Franken gewesen. Der Gesamtumsatz des Konzerns stieg indes um 2 Prozent auf 120,6 Millionen Franken, was vor allem auf ein deutlich besseres Geschäft in der Immobilien- und Bausparte zurückzuführen ist.

Hier stiegen die Umsätze um mehr als das doppelte von 22,3 auf 49,5 Millionen Franken. Als Grund nannte Orascom etwa beschleunigte Bauaktivitäten und mehr Immobilienübergaben in den Resorts El Gouna oder Makadi.

Rückkehr zu goldenen Zeiten?

Das Tourismusgeschäft in Ägypten bleibt aufgrund der weiterhin instabilen Lage schwierig für den Konzern mit Sitz im Urner Hauptort Altdorf. Allerdings sieht Orascom erste Silberstreifen am Horizont.

«Wir hatten seit langem keine so positive Situation in Ägypten wie jetzt gerade», sagte Sawiris. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Regierung mit Präsident Abdel Fattah al-Sisi eine Reform durchbringen könne und nicht nur davon spreche. «Wir glauben an eine Rückkehr zu goldenen Zeiten, wie wir sie von 2003 bis 2009 hatten», so der Investor.

Auch deswegen erwartet die Konzernleitung um Verwaltungsratspräsident Sawiris eine deutliche Verbesserung im ägyptischen Hotelgeschäft. Ausserdem könnten noch 2014 oder dann im ersten Quartal 2015 erstmals Umsätze von Immobilienverkäufen in Montenegro gebucht werden, heisst es weiter.

(SDA)

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