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In Italien knöpft sich ein prominenter Richter die UBS vor

Verschiedene ausländische Banken sind angeklagt, der Stadt Mailand beim Verkauf komplexer Wertpapiere vorsätzlich getäuscht zu haben. Sie treffen auf einen der bekanntesten Richter des Landes.

Er entscheidet, ob die UBS und weitere Banken die Stadt Mailand täuschte: Oscar Magi.
Er entscheidet, ob die UBS und weitere Banken die Stadt Mailand täuschte: Oscar Magi.

Einer der prominentesten Richter Italiens soll den Betrugs-Prozess gegen die UBS, die Deutsche Bank und zwei andere internationale Banken führen. Der Beginn des Prozesses wurde am Donnerstag eigens um zwei Wochen auf den 19. Mai verschoben, damit Oscar Magi den Fall übernehmen kann.

In dem Verfahren gegen die UBS, Deutsche Bank, die HRE-Tochter Depfa und die US-Bank JPMorgan geht es um den Vorwurf der vorsätzlichen Täuschung beim Verkauf komplexer Wertpapiere, mit denen die Stadt Mailand ihre Zinslast verringern wollte.

Könnte zum Präzedenzfall werden

Prozessbeobachter sehen das Verfahren als Präzedenzfall für hunderte anderer Kommunen, die ebenfalls hohe Verluste mit den Zinsswaps erlitten hatten. Staatsanwalt Alfredo Robledo sagte einen Domino-Effekt voraus.

«Italien war gepflastert mit dieser Art von Kontrakten», sagte er. «Es hat sich herausgestellt, dass die Banken daraus einen grösseren Profit geschlagen haben als sie veröffentlicht haben.» Angeklagt sind elf Bankangestellte und zwei ehemalige Kommunalbeamte. Die Banken haben ein Fehlverhalten zurückgewiesen.

Richter Magi hat mehrfach für Schlagzeilen gesorgt: Erst im Februar hatte er Manager von Google wegen Verletzung der Privatsphäre verurteilt. Im vergangenen Jahr hatte er für die Entführung eines Terrorismusverdächtigen durch den Geheimdienst CIA 23 Amerikaner in Abwesenheit zu Gefängnisstrafen verurteilt.

SDA/oku

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