Indien darf wieder Maggi-Nudeln essen

Wegen Bleispuren musste Nestlé in Indien die Maggi-Instantnudeln vom Markt nehmen. Jetzt darf der Konzern die Nudeln wieder verkaufen. Es droht jedoch Ungemach.

Wieder im Regal: Die beliebten Instantnudeln von Nestlé.

Wieder im Regal: Die beliebten Instantnudeln von Nestlé. Bild: Keystone

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Die indische Justiz hat das Verkaufsverbot für Maggi-Instantnudeln von Nestlé aufgehoben. Gleichzeitig wurden aber neue Tests für die Produkte angeordnet.

Die indische Lebensmittelaufsicht hatte Nestlé Anfang Juni die Herstellung und den Verkauf von Maggi-Instantnudeln untersagt, nachdem bei Tests in einigen Bundesstaaten erhöhte Bleiwerte gefunden worden waren.

Nestlé nahm in der Folge fast 400 Millionen Maggi-Nudelpackungen vom Markt. Jedoch hat der Nahrungsmittelmulti die Vorwürfe stets zurückgewiesen und ging zudem gerichtlich gegen das Herstellungs- und Verkaufsverbot vor.

Warenmuster zur Untersuchung

Nun hat ein indisches Gericht in Bombay zu Gunsten von Nestlé entschieden. Der Entscheid der Lebensmittelaufsicht sei «willkürlich» gewesen und verletze «nationale Rechtsprinzipien», entschied das Gericht. In der Begründung hiess es, Nestlé habe bereits akzeptiert, keine Maggi-Instantnudeln zu produzieren oder zu verkaufen, bis der Aufseher mit der Qualität zufrieden sei.

Das Gericht ordnete an, dass Nestlé fünf Maggi-Warenmuster jeder Lieferung an drei Labors zur Analyse schicken muss. Nur wenn, der Bleiwert unter dem vorgeschriebenen Wert liege, könnten Produktion und Verkauf wieder aufgenommen werden.

Nestlé respektiere den Entscheid des Gerichtes und werde der Auflage zu neuen Tests nachkommen, schreibt das Unternehmen in einem Statement auf seiner indischen Website. Nestlé werde weiter mit der indischen Nahrungsmittelbehörde und den weitere Anspruchsgruppen zusammenarbeiten. Das Unternehmen sei bestrebt, die Maggi-Nudeln so schnell wie möglich in die Verkaufsgestelle zurückzubringen.

Schadenersatzklage der Regierung

Das Urteil erfolgt nur einen Tag nachdem die indische Regierung angekündigt hatte, Schadenersatz von 6400 Millionen Rupien oder umgerechnet knapp 100 Millionen Franken von Nestlé einzufordern.

In einer Klage vor dem National Consumer Disputes Redressal Commission (NCDRC) wirft das indische Ministerium für Konsumentenangelegenheiten Nestlé «unfaire Handelspraktiken» bzw. die «Täuschung» von Konsumenten vor, indem es Millionen von indischen Konsumenten im Glauben gelassen habe, der Konsum von Maggi-Nudeln sei sicher.

Der Skandal drückt nicht nur imagemässig, sondern auch finanziell auf das Nestlé-Geschäft. Der Rückruf der beliebten Maggi-Fertignudeln in Indien hat Nestlé im ersten Halbjahr 66 Millionen Franken gekostet, sagte Finanzchef Francois-Xavier Roger am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. (sda)

Erstellt: 13.08.2015, 12:13 Uhr

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