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Der Gewinn steigt, die Aktie fällt

Die UBS macht 1,5 Milliarden Gewinn, die Analysten sind dennoch nicht zufrieden. Sie fürchten, dass die Grossbank wieder mehr Risiken eingeht.

Hat in Aussicht gestellt, dass die UBS dereinst deutlich weniger Mitarbeiter haben könnte: Sergio Ermotti während einer Pressekonferenz in Zürich.
Hat in Aussicht gestellt, dass die UBS dereinst deutlich weniger Mitarbeiter haben könnte: Sergio Ermotti während einer Pressekonferenz in Zürich.
Ennio Leanza, Keystone

Die wichtigste Sparte ist gewachsen. Das Vermögensverwaltungsgeschäft der UBS hat zugelegt. Doch besonders gut lief es zum Jahresbeginn der Investmentbank. Bei der UBS bezeichnet man ihr erstes Quartal sogar als exzellent. Besonders in der Region Asien/Pazifik habe das Geschäft zugelegt. Sie hat viel zum gesamten Quartalsgewinn der Bank von rund 1,5 Milliarden Franken beigetragen.

Am Aktienmarkt kam das Ergebnis dennoch nicht gut an. Die Aktie gehört zu den schwächsten Titeln an der Schweizer Börse und verlor zum Handelsstart rund 4 Prozent. Die Analysten bemängeln unter anderem, dass das Ergebnis wegen Sondereffekten, wie etwa tiefere Kosten beim Pensionsplan für UBS-Mitarbeiter, besser aussehe, als es eigentlich sei.

Investmentbanken überall stark

Nicht nur bei der UBS hat das stark schwankende Geschäft mit der Investmentbank zugelegt. Das Umfeld sei gut für die grossen Investmentbanken, schreiben die Analysten der US-Bank Morgan Stanley. Die Wirtschaft brummt, das befeuert auch die Nachfrage nach grossen Firmendeals. Davon können die Grossbanken profitieren.

Doch die Investmentbank ist zyklisch. Schwächt sich die Wirtschaft ab, bleiben die hohen Kosten des teuren Personals und des Kapitals, das die Investmentbank benötigt. Besonders in den USA wächst der Markt, wovon die US-Institute derzeit profitieren. In Europa dürfte er hingegen kaum zulegen.

Laut den Analysten von Morgan Stanley verlieren die europäischen Banken daher gegenüber der US-Konkurrenz weiter Marktanteile. Dies gelte aber nicht für wenige Ausnahmen, zu diesen gehöre auch die UBS. Wie sich auch am heutigen Ergebnis der Grossbank ablesen lässt.

Das Wachstum der Investmentbank weckt aber auch die Befürchtung, dass die Bank wieder mehr Risiken eingeht. Doch wolle die UBS in diesem Geschäft nicht zu stark zulegen, heisst es bei der Grossbank. Man wolle eine starke Investmentbank und nicht eine grosse, so UBS-Finanzchef Kirt Gardner.

Mehr Mitarbeiter

Noch ein zweiter Punkt fällt bei den Quartalszahlen auf. Die Anzahl der Mitarbeiter hat bei der UBS auf rund 62'500 zugenommen. Damit arbeiten über 1700 Mitarbeiter mehr bei der Bank als noch vor einem halben Jahr. Dies, obwohl bei der Bank in den letzten Jahren viele Stellen weggefallen sind – und UBS-Chef Sergio Ermotti auch in Aussicht gestellt hat, dass die Bank dereinst viel weniger Mitarbeiter haben können.

Die steigende Zahl an Festangestellten lässt sich dadurch erklären, dass die Bank Jobs, die früher ausgelagert wurden, wieder zurückholt. Dadurch sollen die Abläufe in der Bank effizienter werden, so die Vorstellung der UBS-Spitze. Zusammen mit den temporären Angestellten arbeiten derzeit insgesamt rund 87'000 Arbeitnehmer. Bei diesem Wert zeigt sich denn auch ein Rückgang.

Dies ist ein Branchentrend, mit dem sich viele Grossbanken beschäftigten, wie Unternehmensberater erklären. Grosse Institute nehmen beispielsweise einstmals an indische IT-Unternehmen ausgelagerte Arbeitsplätze wieder an die Bank zurück. In der Schweiz wächst dadurch die Beschäftigung aber nicht unbedingt. Die Stellen bleiben in den Ländern, in die sie einst ausgelagert wurden.

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